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Deutschland nun Nettoexporteur von Ersatzbrennstoffen


Deutschlands Ausfuhren an Ersatzbrennstoffen
erreichen 2020 neuen Höchststand.
11.11.2021 − 

Deutschland hat sich innerhalb von wenigen Jahren von einem Nettoimporteur zu einem Nettoexporteur von Ersatzbrennstoffen (EBS) und gemischten Siedlungsabfällen zur Verbrennung gewandelt. Während die Einfuhren von Abfällen der Schlüsselnummern 191210, 191212 und 200301 immer weiter zurückgehen, nehmen die Ausfuhren stetig zu, wie aktuell vom Umweltbundesamt veröffentlichte Zahlen zur grenzüberschreitenden Abfallverbringung zeigen. Mit 930.000 Tonnen erreichte die Exportmenge im Jahr 2020 einen historischen Höchststand.

Noch vor sechs Jahren, in 2015, hatten Deutschlands Importe von EBS und gemischtem Siedlungsabfall die Exporte um den Faktor vier übertroffen. Es war die Zeit, als die deutschen Müllverbrennungsanlagen und Ersatzbrennstoffkraftwerke zur Auffüllung freier Kapazitäten große Mengen brennbare Abfälle aus der mechanischen Abfallbehandlung (AS 191210 und 191212) importierten, zumeist aus Großbritannien. Als sich der deutsche Verbrennungsmarkt jedoch ab 2016 zunehmend verengte, gingen die Anlagenbetreiber dazu über, die Abfallimporte wieder zu drosseln. Tatsächlich war die Anlagenauslastung mit heimischen Mengen wieder so gut, dass eine Gegenbewegung einsetzte und nunmehr vermehrt Ersatzbrennstoffe ins Ausland exportiert wurden.

Vor allem Dänemark und Schweden hatten sich dabei als beliebte Exportziele erwiesen, da die dortigen Verbrennungsanlagen weiterhin großen Bedarf an Zulieferungen aus dem Ausland zeigten. Auch nach Tschechien wird immer mehr EBS exportiert. Zwischen 2016 und 2020 haben sich die Ausfuhren auf 102.000 Jahrestonnen vervierfacht.

EBS-Exporte in die Niederlande 2020 trotz neuer Importsteuer deutlich gestiegen

Die Niederlande haben zwar Anfang letzten Jahres eine Importsteuer für Abfälle zur Verbrennung in Höhe von rund 32 € pro Tonne eingeführt. Dennoch ist die Menge der aus Deutschland dorthin exportierten Ersatzbrennstoffe 2020 deutlich, im Vorjahresvergleich um über die Hälfte, auf 223.000 Tonnen gestiegen. Wegen des Brexits und damit einhergehender erhöhter logistischer Risiken und Probleme haben die niederländischen Anlagenbetreiber erheblich weniger EBS aus Großbritannien bezogen und stattdessen die Bedarfslücke mit Mehrmengen aus Deutschland geschlossen, berichteten seinerzeit Marktteilnehmer im jährlichen EUWID-Marktbericht für Siedlungsabfälle.

Den kompletten Bericht nebst einer großen Übersichtstabelle sowie einen weiteren Artikel zur Entwicklung der grenzüberschreitenden Abfallverbringung weiterer Abfallströme lesen Sie kommende Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 46/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr, als E-Paper zur Verfügung:

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