DUH fordert mehr Kreislaufwirtschaft im Baubereich

Zum diesjährigen Erdüberlastungstag, der in Deutschland auf den 3. Mai fällt, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die neue Bundesregierung zu einem grundlegenden Kurswechsel in der Baupolitik aufgerufen. Dass Deutschland bereits an diesem Tag alle ihm rechnerisch zustehenden natürlichen Ressourcen für das Jahr 2025 verbraucht habe, zeigt laut DUH den dringenden Handlungsbedarf. Insbesondere im ressourcenintensiven Bau- und Gebäudesektor, auf den nach Angaben der Umweltorganisation rund 40 Prozent des deutschen Rohstoffverbrauchs entfallen, brauche es schnellstmöglich einen Paradigmenwechsel hin zu einer stärkeren Kreislaufwirtschaft.

„Der immer frühere Erdüberlastungstag zeigt, dass wir nicht weitermachen können wie bisher. Jeden Tag werden vor allem im Baubereich wertvolle Ressourcen verschwendet, weil zu wenig im Bestand gebaut und kaum Bauprodukte wiederverwendet oder recycelt werden“, so Barbara Metz. Die Bundesgeschäftsführerin der DUH fordert die neue Bundesregierung daher zum Umlenken auf: „Abrisse sollten grundsätzlich genehmigungspflichtig werden und nur dann erlaubt sein, wenn Abriss und Neubau nachweislich umweltfreundlicher ist als Sanierung.“

Weiterhin sprach sich Metz dafür aus, dass für Bauförderungen ein selektiver Rückbau, die Wiederverwendung von Bauprodukten und ein hochwertiges Recycling verbindlich werden. Zur Dokumentation dieser Informationen fordert die Umweltorganisation einen Gebäuderessourcenpass für alle Gebäude.

Forderung nach materialspezifischen Mindesteinsatzquoten von RC-Material

Außerdem könne die öffentliche Hand die Kreislaufwirtschaft im Baubereich durch Vorgaben in ihren Ausschreibungen vorantreiben, ist Thomas Fischer, DUH-Leiter Kreislaufwirtschaft, überzeugt. „Die öffentliche Hand hat ein riesiges Potenzial, den Markt für umwelt- und ressourcenschonendes Bauen zu stärken, vor allem beim Einsatz von Recyclingmaterialien und wiederverwendeten Bauprodukten.“ Laut Fischer sollten bei öffentlichen Auftragsvergaben daher materialspezifische Mindesteinsatzquoten von Recyclingmaterialien, zum Beispiel für Beton, Stahl, Gips oder Dämmstoffe, festgelegt werden. „Für nichttragende Bauteile wie Gipskartonplatten, Innentüren, Systemtrennwände, Büroausstattung oder Leuchten spricht sich der DUH-Experte für Mindestvorgaben zur Nutzung wiederverwendeter Produkte aus.

Nach Berechnungen der Umwelthilfe ließen sich durch eine konsequente Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen bis 2045 insgesamt 66 Mio Tonnen Rohstoffe und 60 Mio Tonnen CO2 einsparen.

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