
Zum dritten Mal seit Januar 2025 hat es auf einem Recyclinghof von Remondis im sachsen-anhaltischen Weißenfels gebrannt. Am Maifeiertagswochenende standen rund 20.000 Kubikmeter Sperrmüll auf dem Außengelände in Flammen, berichtete die Deutsche Presseagentur; die Feuerwehr war bis Sonntagabend mit den Löscharbeiten beschäftigt. Laut Unternehmen wird als Ursache ein falsch entsorgter Gasdruckbehälter vermutet. Der Vorfall ereignete sich in einer Phase, in der Remondis nach dem letzten Großbrand im August den Wiederaufbau der damals schwer beschädigten Sortieranlage vorantreibt.
Nach Angaben eines Remondis-Sprechers gegenüber EUWID brach das Feuer am 1. Mai in einem Sperrmüllhaufen im Außenbunker aus. Ein Übergreifen auf Gebäude oder Anlageninfrastruktur sei diesmal verhindert worden. Der entstandene Schaden betreffe vor allem das Brandgut selbst und liege ersten Schätzungen zufolge im unteren fünfstelligen Bereich.
Trotzdem gestaltete sich der Einsatz bei enormer Rauchentwicklung personalintensiv und langwierig. Zeitweise seien etwa 160 Kräfte verschiedener Feuerwehren vor Ort gewesen, wie aus einem MDR-Bericht hervorgeht. Da die Wasserversorgung auf dem Gelände nicht ausreichte, seien Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr eingesetzt und zusätzlich Wasser aus der Saale gepumpt worden. Die Arbeiten, die ein aufwändiges Umstapeln des Materials erforderten, hätten bis zum Sonntagabend angedauert.
Unternehmen warnt vor wachsendem Druck auf Infrastruktur
Der Unternehmenssprecher nahm den wiederholten Brand am Standort zum Anlass, auf systemische Risiken hinzuweisen. Angesichts von statistisch rund 30 Bränden pro Tag in der Branche stelle sich die Frage nach einer grundsätzlichen Gefährdung der deutschen Recyclinginfrastruktur: „Wer investiert schon in neue Technik oder in den Wiederaufbau einer abgebrannten Anlage, wenn es nur eine Frage der Zeit ist, dass alles wieder runterbrennt?“, gab er zu bedenken. Ein kritisches Thema sei zudem die Versicherbarkeit in Anbetracht des hohen Risikos: Wenn ein Unternehmen noch Versicherungsschutz erhalte, entspreche die Selbstbeteiligung oft fast dem Anlagenwert.
Weißenfels war in jüngster Vergangenheit extrem belastet: Wie berichtet, verursachte im Januar letzten Jahres ein erstes Feuer in der Abfallsortieranlage Verluste im sechsstelligen Bereich. Im Sommer führte ein mutmaßlich durch einen Akku ausgelöster Großbrand zu einem „Millionenschaden“; wesentliche Teile der Sortierhalle sowie der Anlagentechnik wurden damals zerstört. Vor zwei Monaten begann schließlich der Wiederaufbau mit dem Ziel, bis Ende Mai die volle Betriebsleistung wiederherzustellen.
Weiterer Sperrmüllbrand in Rüdersdorf bei Berlin
Dass die Brandproblematik die Branche insgesamt beschäftigt, verdeutlicht auch ein weiterer aktueller Fall in Brandenburg: In Rüdersdorf nahe Berlin kämpfte die Feuerwehr heute seit den frühen Morgenstunden ebenfalls gegen einen Sperrmüllbrand auf einem Firmengelände. Laut RBB-Bericht waren mehrere Hundert Tonnen Material betroffen; rund 65 Einsatzkräften sei es am Vormittag schnell gelungen, das Feuer zu löschen. Zur möglichen Ursache und Schadenshöhe habe die Polizei vorerst keine Angaben gemacht.



