Dritte Teilfläche der „Grube Johannes“ in Bitterfeld-Wolfen soll bald verfüllt werden

Hausmüllverbrennungs-Schlacken sollen stinkende Schlämme überdecken

In den kommenden Jahren soll die Deponie „Grube Johannes“ in sachsen-anhaltischen Bitterfeld-Wolfen vollständig stillgelegt und rekultiviert werden. Sobald die Genehmigung da ist, werde in den nächsten Wochen damit begonnen, Hausmüllverbrennungs-Schlacken in den dritten und letzten Teil der Grube zu füllen, sagte der Leiter der Deponie, Marko Großmann, von der für die Sanierung zuständigen Mitteldeutschen Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft (MDSE). Geplant sei, dass in acht bis zehn Jahren überwiegend Grünfläche zu sehen sei.

Die 25 Hektar große Grube am südlichen Stadtrand des Ortsteils Wolfen ist nach Angaben der MDSE eine Deponie der Klasse III. Sie ist in bis zu zwölf Meter dicken Schichten mit etwa 2,5 Mio Kubikmetern Kraftwerkaschen und Schlamm aus der Film- und Faserproduktion gefüllt. Letztere war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Wolfen angesiedelt. Entstanden war die Grube schon im 19. Jahrhundert, als in der Stadt südlich von Dessau-Roßlau Braunkohle abgebaut wurde.

Der Schlamm ist mit durchschnittlich einem Meter Wasser überstaut. Darum wird die Grube im Volksmund „Silbersee“ genannt. Nach Informationen der MDSE besteht der Schlamm in der Hauptsache aus Zellulose und Lignin-Derivaten. Zudem seien beträchtliche Mengen einer Vielzahl anderer Stoffe, etwa Metalle und Schwefelverbindungen, im Schlamm enthalten. Sie stammen aus der Einspülung unbehandelter Abwässer der Zellstoff- und Viskosefaserproduktion sowie der Filmfabrik, so die MDSE.

Mehr über das Sanierungs- und Rekultivierungskonzept erfahren Sie hier...

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