Der Ratinger Anlagenbauer Doosan Lentjes hat den Zuschlag für zwei Lose der neuen Klärschlammverwertungsanlage in Köln-Merkenich erhalten. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde es mit Engineering, Lieferung, Montage und Inbetriebsetzung der verfahrenstechnischen Schlüsselkomponenten Wirbelschichtofen, Dampferzeugung, Schlammförderung und -trocknung sowie der kompletten Rauchgasreinigung beauftragt. Zum Auftragsvolumen äußerte sich Doosan Lentjes nicht.
Wie berichtet, soll die neue Anlage der Klärschlammverwertung am Rhein (KLAR) GmbH ab 2029 jährlich bis zu 39.000 Tonnen Klärschlamm-Trockensubstanz von zwei Millionen Einwohnern aus Köln und der Region verwerten. Herzstück der Lieferung sei ein stationärer Wirbelschichtofen, der eine sehr effiziente thermische Verwertung des entwässerten Klärschlamms gewährleiste, so der Anlagenbauer. Ein intelligentes Konzept zur Wärmeauskopplung inklusive Stromerzeugung stelle zudem den weitgehend autarken Anlagenbetrieb sicher.
Für die Einhaltung strenger Emissionsanforderungen liefert Doosan Lentjes nach eigenen Angaben ein mehrstufiges Rauchgasreinigungssystem, das Staub, saure Gase, Schwermetalle und organische Schadstoffe aus dem Rauchgas entfernt. Das System umfasse einen Elektrofilter zur Abscheidung von Flugasche, einen Circoclean-Reaktor, der mittels Kalkhydrat und Herdofenkoks saure Schadstoffe und Schwermetalle entfernt, sowie einen Gewebefilter zur Abscheidung fester Partikel. Eine nachgeschaltete zweistufige nasse Rauchgasreinigung mit saurer Quenchstufe und alkalischer Wäschersstufe senke die verbleibenden Schadgasgehalte im Rauchgas weiter ab.
„Wir freuen uns, im Projekt Köln-Merkenich unsere hauseigene Technologiekompetenz in der Wirbelschichtfeuerung und der Rauchgasreinigung einsetzen zu können“, sagte Philipp Stolzenburg, Director Sales & Proposals bei Doosan Lentjes. „Wir bieten unserem Kunden damit eine integrierte Lösung für die Klärschlammverwertung aus einer Hand, die langfristige Entsorgungssicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen gewährleistet.“
Dem deutschen Markt komme vor dem Hintergrund verschärfter Gesetzesvorgaben eine große Bedeutung zu, betonte das Unternehmen. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die ab 2029 verpflichtende Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm sowie dem daraus resultierenden steigenden Bedarf an thermischen Verwertungsanlagen für Klärschlämme. Der Auftrag in Köln-Merkenich sei für Doosan Lentjes daher ein wichtiger Meilenstein für die Geschäftstätigkeit im Heimatmarkt.




