Deutsches Haushaltsabfallaufkommen 2024 um rund eine Mio. Tonnen gestiegen

In den deutschen Haushalten fallen wieder mehr Abfälle an. Laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes summierte sich das Aufkommen an Haushaltsabfällen 2024 auf 37,7 Mio. Tonnen, was im Vorjahresvergleich einem Anstieg von etwa einer Mio. Tonnen entspricht. Damit hat sich das Haushaltsabfallaufkommen wieder im Bereich der Vor-Corona-Zeit eingependelt, nachdem es 2021 zunächst auf einen historischen Höchststand von 40,3 Mio. Tonnen hochgeschossen und 2023 auf ein 10-Jahres-Tief von 36,7 Mio. Tonnen gefallen war.

Auch die je Einwohner erzeugte Menge an Haushaltsabfällen ist 2024 laut Destatis deutlich auf 452 Kilogramm gestiegen. Der Vergleich der Pro-Kopf-Ergebnisse mit den Jahren davor ist allerdings durch eine neue Erhebungsmethode stark eingeschränkt. Wie die Statistikbehörde erläutert, basierte die Berechnung bis einschließlich Berichtsjahr 2023 auf der fortgeschriebenen Bevölkerungszahl zum Stichtag 31.12. eines jeden Jahres nach dem Zensus 2011. Dagegen wurde der einwohnerspezifische Wert 2024 erstmals auf Grundlage der Durchschnittsbevölkerung auf Basis des Zensus 2022 bestimmt.

Dadurch kommt es zu einer relativ großen Abweichung: Lag das nach alter Methodik ermittelte Aufkommen an Haushaltsabfällen im Jahr 2023 bei 433 Kilogramm je Einwohner, waren es nach neuer Methodik 441 Kilogramm. Anders als in der Destatis-Datenbank „Genesis“ dargestellt, hat sich die Pro-Kopf-Menge an Haushaltsabfällen 2024 damit nur um elf und nicht um 19 Kilogramm erhöht.

Starker prozentualer Anstieg bei Bioabfällen

Den stärksten Mengenanstieg im Vorjahresvergleich verzeichnete die Statistikbehörde bei den organischen Abfällen, deren Aufkommen sich gegenüber 2023 um sechs Prozent auf 10,7 Mio. Tonnen erhöhte. Dies entspricht nach der neuen Erhebungsmethode einer Pro-Kopf-Menge von 128 Kilogramm. Insbesondere die getrennt erfasste Menge an Park- und Gartenabfällen erhöhte sich deutlich um zehn Prozent auf 5,4 Mio. Tonnen. Aber auch über die Biotonne wurden mit 5,3 Mio. Tonnen gut zwei Prozent mehr Abfälle eingesammelt als im Vorjahr.

Größter Posten unter den Haushaltsabfällen bleibt der Haus- und Sperrmüll. Auch hier erhöhte sich 2024 die Sammelmenge um drei Prozent auf 15,6 Mio. Tonnen, gleichbedeutend mit 187 Kilogramm je Einwohner. Dabei legte das Sperrmüllaufkommen um fünf Prozent und die Hausmüllmenge um zwei Prozent zu.

Sammelmenge von Altpapier auf Tiefstand

Nahezu exakt auf Vorjahresniveau blieb mit 11,2 Mio. Tonnen derweil das Aufkommen getrennt erfasster Wertstoffe, wobei die Entwicklung je nach Abfallfraktion durchaus unterschiedlich war. So weist die Statistik für die Sammlung von Verpackungsabfällen sowie Metallen und Holz einen Mengenanstieg zwischen zwei und neun Prozent aus. Indes ist die Getrennterfassung von Altpapier um drei Prozent auf 4,6 Mio. Tonnen und damit den tiefsten Stand in der bis 2004 zurückreichenden Datenreihe gesunken.

Getrennterfassung von Bioabfällen und Wertstoffen in Stadtstaaten am niedrigsten

Darüber hinaus hat Destatis auch seinen Datensatz zum Haushaltsabfallaufkommen in den einzelnen Bundesländern aktualisiert. Dieser zeigt, dass die Getrennterfassung von Wertstoffen und Bioabfällen weiterhin am niedrigsten in den Stadtstaaten ist.

So betrug die Pro-Kopf-Sammelmenge von Bioabfällen in Berlin 2024 gerade einmal 36 Kilogramm. Auch Hamburg und Bremen lagen mit einwohnerspezifischen Werten von 54 bzw. 75 Kilogramm weit unter dem Bundesdurchschnitt von 128 Kilogramm. Gleiches gilt allerdings auch für die ostdeutschen Länder Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit Pro-Kopf-Mengen zwischen 76 und 89 Kilogramm.

Deutschlandweit Spitzenreiter bei der Getrenntsammlung von Bioabfällen war 2024 zum wiederholten Male Rheinland-Pfalz. Hier weist die Statistikbehörde einen einwohnerspezifischen Wert von 176 Kilogramm aus. Differenzierte Pro-Kopf-Ergebnisse nach Biotonnen- sowie Garten- und Parkabfällen werden von Destatis nicht veröffentlicht.

Auch bei der getrennten Erfassung von Wertstoffen ist Berlin Schlusslicht mit einer Pro-Kopf-Menge von 97 Kilogramm. Nur geringfügig höher ist der einwohnerspezifische Wert in Bremen (103 kg/E) und Hamburg (105 kg/E).

Grundsätzlich sind die Abstände zu den anderen Bundesländern aber nicht ganz so groß wie bei den organischen Abfällen. Am meisten Wertstoffe je Einwohner wurden 2024 mit 172 Kilogramm in Sachsen gesammelt. Dahinter folgten das Saarland mit 148 Kilogramm pro Kopf sowie Niedersachsen und Rheinland-Pfalz mit jeweils 147 Kilogramm je Einwohner.

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