Deutsches Abfallaufkommen sinkt auf tiefsten Stand seit 2010

In Deutschland fiel in den letzten Jahren deutlich weniger Abfall an. Nachdem das Gesamtaufkommen 2022 erstmals seit 2013 unter die Marke von 400 Mio Tonnen gefallen war, sind die Abfallmengen auch im Folgejahr gesunken. Wie das Statistische Bundesamt heute mit Verweis auf vorläufige Zahlen bekannt gab, fielen 2023 bundesweit rund 380 Mio Tonnen Abfall an. Das waren knapp fünf Prozent weniger als 2022 und der niedrigste Stand seit 2010. Vor allem das Aufkommen an Bau- und Abbruchabfällen war stark rückläufig.

Noch im Jahr 2018 hatte das deutsche Abfallaufkommen mit 417 Mio Tonnen einen historischen Höchststand markiert. Seither ist die Abfallmenge nun aber fünf Jahre in Folge gesunken. Gründe für diese Entwicklung werden von der Statistikbehörde nicht genannt. Ein Zusammenhang zur Corona-Pandemie, der kriegsbedingten Energiepreiskrise und dem langjährigen Konjunkturtief insbesondere in der Bauwirtschaft sind aber naheliegend.

So ist der Rückgang des Gesamtabfallaufkommens im Jahr 2023 maßgeblich auf die Entwicklung bei den Bau- und Abbruchabfällen zurückzuführen. Deren Aufkommen verringerte sich überdurchschnittlich stark um 17 Mio Tonnen bzw. acht Prozent auf 199 Mio Tonnen. Erstmals seit 2012 fielen damit in Deutschland weniger als 200 Mio Tonnen Bau- und Abbruchabfälle an.

Ebenfalls um ein bzw. drei Prozent gesunken sind die Abfallmengen aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen sowie der als „übrige Abfälle“ zusammengefassten Produktions- und Gewerbeabfälle.

Gegen den Trend leicht gestiegen ist derweil die Menge an Siedlungsabfällen, die sich um 0,6 Prozent auf knapp 49 Mio Tonnen erhöhte. Auch die bereits in einer Abfallentsorgungsanlage behandelten sogenannten Sekundärabfälle nahmen mit einem Anstieg um 0,3 Prozent auf 57 Mio Tonnen wieder leicht zu.

Der Rückgang des deutschen Abfallaufkommens korrespondiert mit den vom Statistikamt bereits im Frühjahr herausgegebenen Zahlen zum Abfallinput in den Entsorgungsanlagen. Hier stachen vor allem die rückläufigen Mengen bei den Grubenverfüllungen hervor.

Verwertungsquote seit 2019 stabil bei 82 Prozent

Vom Gesamtabfallaufkommen 2023 wurden laut Destatis 313 Mio Tonnen verwertet. Die Verwertungsquote lag damit das fünfte Jahr in Folge bei 82 Prozent. In absoluten Zahlen ist die verwertete Abfallmenge – einhergehend mit dem gesunkenen Aufkommen – um 13,2 Mio Tonnen gesunken. Dabei fällt auf, dass dieser Rückgang ausschließlich auf eine geringere Menge stofflich verwerteter Abfälle zurückzuführen ist. Wurden 2022 noch knapp 280 Mio Tonnen Abfall recycelt, waren es 2023 lediglich 266 Mio Tonnen. Dagegen legte die energetisch verwertete Abfallmenge leicht von 46,6 auf 47,0 Mio Tonnen zu.

Bei den Beseitigungsverfahren überwiegt die Abfalldeponierung. 2023 wurden den Angaben zufolge rund 60 Mio Tonnen abgelagert – gegenüber dem Vorjahr ein Minus von knapp sechs Mio Tonnen. Weitere 2,9 Mio Tonnen Abfall wurden thermisch beseitigt und nochmals 4,4 Mio Tonnen mit dem Ziel der Beseitigung behandelt.

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