Deutsches Abfallaufkommen im ersten Corona-Jahr 2020 um 2,5 Mio Tonnen gesunken

Laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes fielen in Deutschland 2020 insgesamt 414 Mio Tonnen Abfall an. Damit lag das Abfallaufkommen im ersten Jahr der Corona-Pandemie etwa 0,6 Prozent bzw. 2,5 Mio Tonnen niedriger als 2019. Am stärksten um knapp sieben Prozent bzw. 3,4 Mio Tonnen gesunken ist das Aufkommen an Produktions- und Gewerbeabfällen, was die Statistikbehörde auf die Produktions- und Umsatzeinbrüche in der Corona-Zeit zurückführt. Auch bei den Bau- und Abbruchabfällen verzeichnete Destatis einen starken Mengenrückgang um 1,5 Mio Tonnen, der prozentual ausgedrückt allerdings nur 0,7 Prozent beträgt.

Dies korrespondiert mit den vom Statistikamt kürzlich herausgegebenen Zahlen zum Abfallinput in deutschen Entsorgungsanlagen. Hier stachen vor allem die rückläufigen Mengen bei den Grubenverfüllungen und den Ablagerungsmengen auf Deponien hervor.

Im Gegensatz dazu verzeichnete Destatis bei den Siedlungsabfällen 2020 einen Mengenanstieg um 0,7 Prozent bzw. knapp 350.000 Tonnen. Insbesondere in den Haushalten fielen in der Coronazeit mehr Abfälle an, wie das Statistikamt bereits Ende letzten Jahres bekannt gegeben hatte. So erzeugte jeder Einwohner 2020 im Schnitt 476 Kilogramm Abfall, womit die Pro-Kopf-Menge im Vorjahresvergleich um 19 Kilogramm zulegte.

Laut Destatis wurden vom Gesamtabfallaufkommen 2020 – wie im Vorjahr – 70,1 Prozent recycelt, also stofflich verwertet. Weitere 11,6 Prozent wurden energetisch verwertet, also beispielsweise in Müllheizkraftwerken für die Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. In Summe wurden 338 Mio Tonnen Abfall stofflich oder energetisch verwertet. Die Verwertungsquote lag damit, wie schon 2019, bei rund 82 Prozent. Auf Deponien wurden 67,5 Mio Tonnen und damit etwa 16 Prozent aller Abfälle entsorgt.

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