Deutsche Rohstahlproduktion im ersten Halbjahr um über fünf Prozent gesunken

Die deutschen Stahlwerke haben im ersten Halbjahr deutlich weniger produziert. Vorläufigen Zahlen der Wirtschaftsvereinigung Stahl zufolge verringerte sich die Rohstahlproduktion im Vorjahresvergleich um 5,3 Prozent auf 18,5 Mio Tonnen. Im Juni betrug der Rückgang sogar mehr als acht Prozent auf 2,9 Mio Tonnen.

Vor allem die aktuell schwierige Situation der Bauwirtschaft drücke auf die inländische Stahlnachfrage, wie der Verband erläutert. Hinzu kämen die weiterhin hohen Produktionskosten, die die Stahlindustrie belasteten. So seien die Strompreise gegenwärtig noch rund dreimal so hoch wie vor Beginn der Energiekrise. Besonders stark wirkten sich diese beiden Faktoren auf die stromintensive schrottbasierte Elektrostahlherstellung aus. Hier gab die Produktion in den ersten sechs Monaten um 13 Prozent auf 5,4 Mio Tonnen nach.

Aus Sicht von Kerstin Maria Rippel zeigen die Produktionszahlen unmissverständlich, wie sehr die Stahlindustrie in Deutschland derzeit unter Druck steht. Die Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl forderte daher ein „beherztes politisches Handeln, das den Unternehmen in ihrer vulnerablen Transformationsphase hilft, im internationalen Wettbewerb bestehen zu können“. Was die Stahlindustrie jetzt dringend brauche, sei ein „zeitlich befristeter, konditionierter und intelligent gemachter Brückenstrompreis“. In die völlig falsche Richtung führe indes die im Haushaltsentwurf der Bundesregierung vorgesehene ersatzlose Streichung des Spitzenausgleichs.

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