
Hohe Energiepreise und eine verhaltene Nachfrage belasten weiterhin die Rohstahlerzeugung in Deutschland. Laut aktuellen Daten der Wirtschaftsvereinigung Stahl wurden im Januar rund 3,1 Mio Tonnen Rohstahl produziert. Das sind zwar fünf Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Trotzdem könne nicht von einer Trendwende gesprochen werden, wie Martin Theuringer, Geschäftsführer und Chefvolkswirt der Wirtschaftsvereinigung Stahl betonte. „Das Jahr 2023 war das produktionsschwächste seit der Finanzkrise, und die Produktion befindet sich nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau.“
Besonders deutlich werde dies bei der schrottbasierten Elektrostahlproduktion, die zwar im Januar um neun Prozent auf 863.000 Tonnen zulegen konnte, aber insgesamt weiterhin besonders niedrig ausfalle. Zum Vergleich: 2021, im Erholungsjahr nach der Corona-Krise, lag die Produktion bei dieser Verfahrensroute bei 12,1 Mio Jahrestonnen. „Besorgniserregend ist neben der Produktionsentwicklung auch das niedrige Marktvolumen, das im vergangenen Jahr mit rund 29 Mio Tonnen sogar unter dem Niveau des Krisenjahres 2009 lag. Seit 2017 hat der Markt 30 Prozent an Volumen verloren“, so Theuringer. Darin spiegele sich eine breite Verunsicherung der Stahlverwender sowie der Einbruch der Ausrüstungs- und Bauinvestitionen wider.



