Deutsche horten 195 Mio Althandys – Zahl erstmals gesunken

Rund 195 Mio ausrangierte Handys fristen ihr Dasein in Deutschlands Schubladen, Schränken und Kellern. Das hat der Digitalverband Bitkom auf Basis einer repräsentativen Befragung von rund 1.000 Menschen errechnet. Damit sei die Menge der ungenutzten Altgeräte zum ersten Mal seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2012, als der Wert noch bei 86 Mio lag, gesunken: Bei der letzten Umfrage im Jahr 2022 belief sich die Zahl auf 210 Mio, 2021 waren es rund 206 Mio und 2020 noch 199 Mio.

Trotz des aktuellen Rückgangs sieht der Digitalverband weiterhin Handlungsbedarf: „In deutschen Haushalten lagert ein riesiger Rohstoffschatz“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Smartphones enthalten Gold, Silber oder Seltene Erden, die wiederverwendet werden könnten.“ Wenn man sie nicht mehr braucht, sollte man sie daher weitergeben oder fachgerecht entsorgen. „So lassen sich wertvolle Ressourcen schonen, Elektroschrott vermeiden und die Umwelt schützen.“

Die Teilnehmer der aktuellen Umfrage waren mindestens 16 Jahre alt. 89 Prozent von ihnen gaben an, mindestens ein ungenutztes Handy zu besitzen. Etwas mehr als die Hälfte hortet sogar drei oder mehr ungenutzte Mobilgeräte.

Bitkom verweist jedoch auch auf eine positive Entwicklung: Eine Umfrage im Herbst 2024 habe gezeigt, dass die Bereitschaft zur Trennung vom Alt-Handy zuletzt leicht angestiegen ist. Ein Fünftel der Befragten gab damals an, in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens ein Handy oder Smartphone verkauft, verschenkt oder entsorgt zu haben – ein leichtes Plus von vier Prozentpunkten gegenüber 2022. Am beliebtesten war dabei Bitkom zufolge der Weiterverkauf, für den sich 39 Prozent aus der Gruppe entschieden. 26 Prozent gaben ihre Handys in Elektronikmärkten oder Geschäften zurück, und zehn Prozent nutzten die Möglichkeit, ihr altes Smartphone beim Kauf eines Neugeräts in Zahlung zu geben. Seltener waren die Entsorgung beim kommunalen Recyclinghof (acht Prozent), das Verschenken (sieben Prozent) und der Verkauf an einen Anbieter für Refurbished-IT (sechs Prozent) zur Aufbereitung und Weiterveräußerung.

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