
Rangierlokomotiven der Deutschen Bahn tanken in Halle ab sofort gebrauchtes Pflanzenöl anstelle von Diesel, teilte die DB am Freitag auf der Plattform X mit. Die Umstellung solle den CO2-Fußabdruck des Güterverkehrs erheblich reduzieren. Rund eine Million Liter des HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) genannten Kraftstoffs sollen auf dem Rangierbahnhof Halle noch dieses Jahr vertankt werden. Die Umstellung mache die Tankstelle zur größten HVO-Tankstelle im Osten Deutschlands.
„Mit der größten HVO-Tankstelle in Ostdeutschland machen wir die Liefer- und Versorgungsketten bis zur letzten Meile grün“, sagte Güterverkehrs-Vorständin Sigrid Nikutta. Die komplette Lokflotte könne den Treibstoff aus altem Frittenfett nutzen.
Die DB will in diesem Jahr bundesweit rund acht Millionen Liter klimaneutralen Kraftstoff nutzen und damit etwa 25.000 Tonnen CO2 einsparen. Bis zum Jahr 2028 sollen rund 24 Mio Liter HVO vertankt werden. Dadurch soll die Umwelt um etwa 72.000 Tonnen CO2 entlastet werden.
„Wir müssen jede verfügbare Technologie nutzen, um die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen im Verkehr zu reduzieren“, sagte Michael Theurer (FDP), der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr. Dies sei nicht nur gut für die DB, sondern helfe vielen Unternehmen, ihre Lieferketten nachhaltig aufzustellen.
Die Bundesregierung hatte im April den Weg für die Nutzung von HVO als Reinkraftstoff (HVO 100) freigemacht – auch im PKW-Verkehr. Kritiker des neue Kraftstoffs monieren allerdings, dass Altspeiseöle bereits vor der Einführung von HVO 100 vollständig als Beimischung im Verkehr eingesetzt wurden. Es bringe für den Klimaschutz folglich keinen zusätzlichen Nutzen, wenige Fahrzeuge mit nachhaltigem Reinkraftstoff zu betanken, anstatt ihn für die gesamte Flotte beizumischen. Zudem sei HVO-Kraftstoff nicht grundsätzlich nachhaltig. So könne der Kraftstoff auch aus Palmöl hergestellt werden, das laut Umweltministerium zu Treibhausgasemissionen und Verlusten bei der Artenvielfalt beitrage.



