Das ungenutzte Potenzial: Kunststoffrecycling aus gewerblichen Abfällen in Deutschland

Deutschland steht vor einer großen Herausforderung: Von den jährlich anfallenden knapp 2,5 Mio Tonnen Kunststoffabfällen aus der gewerblichen Wirtschaft werden lediglich 35 Prozent oder 861.000 Tonnen recycelt. Doch ohne Reformen, strengere Kontrollen und neue wirtschaftliche Anreize bleiben diese Potenziale unerschlossen. Das geht aus einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Conversio für die BKV GmbH, einen Think-Tank der deutschen Kunststoffindustrie, hervor.

Die Studie „Potenzial des Kunststoffrecyclings aus gewerblichen Endverbraucherabfällen“ zeigt, dass besonders gemischte Abfallströme wie Bau- und Abbruchabfälle oder Gewerbemischabfälle mit Recyclingquoten von nur einem Prozent ungenutzte Potenziale bergen. Der Großteil der Kunststoffe werde ohne getrennte Sammlung thermisch verwertet – ein kostspieliger Weg, der nicht nur die Umwelt belastet, sondern auch die Ziele der Kreislaufwirtschaft gefährdet. Deshalb würden Innovationen für moderne Sortier-, Aufbereitungs- und Recyclingtechnologien benötigt, um das Recycling gewerblicher Abfallströme zu verbessern.

System mit vielen Schwächen

Der größte Anteil an Kunststoffabfällen stammt aus gemischten Bau- und Abbruchabfällen mit 483.000 Tonnen und Gewerbemischabfällen mit 510.000 Tonnen: Diese Abfallmengen gelangen größtenteils in Müllverbrennungsanlagen. Zwar schreibe die Gewerbeabfallverordnung eine strikte Getrenntsammlung vor, doch in der Praxis mangele es sowohl an Kontrolle als auch an der wirtschaftlichen und technischen Umsetzung.

Die wenigen Vorbehandlungsanlagen, die für gemischte Abfälle vorgesehen sind, erzielten ebenfalls nur marginale Ergebnisse. Laut der Studie weisen sie geringe Recyclingquoten für Kunststoffe von lediglich zwei Prozent auf, weil sie darauf optimiert sind, Metalle zu sortieren und Ersatzbrennstoffe zu erzeugen. Daher müssten bessere Kontrollen entlang der Wertschöpfungskette durchgeführt werden und effektive Sanktionen bei Nichteinhaltungen eingeführt werden. Gleichzeitig sollten die Formulierungen „technisch unmöglich“ und „wirtschaftlich nicht zumutbar“ in der Verordnung präzisiert werden, raten die Autoren der Studie....

Weiterlesen mit

Sie können diesen Artikel nur mit einem gültigen Abonnement und nach erfolgter Anmeldung nutzen. Registrierte Abonnenten können nach Eingabe ihrer E-Mail-Adresse und ihres Passworts auf alle Artikel zugreifen.
- Anzeige -

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -