Continental nimmt Pilotanlage zur Pyrolyse von Gummiabfällen in Betrieb

Der Reifenhersteller Continental hat in Hannover-Vahrenwald eine neue Pilotanlage zur Pyrolyse von Gummiabfällen in Betrieb genommen. Die Anlage des Unternehmensbereichs Contitech dient der Herstellung und Aufbereitung von Pyrolyseöl, das künftig als Rohstoff in der Gummi- und Kunststoffproduktion genutzt werden soll. Grundlage ist der Erwerb einer exklusiven Patentfamilie für ein thermisches Reinigungsverfahren, das ursprünglich vom britischen Start-up Low Sulphur Fuels entwickelt wurde.

Die Technologie zerlege vulkanisierte Gummimischungen in ihre chemischen Grundbestandteile, erklärt das Unternehmen. Neben einem gasförmigen Energieträger und Industrieruß entstehe dabei ein hochwertiges Öl, das nach der Aufbereitung fossilem Rohöl vergleichbar sei. „Mit dieser Technologie schließen wir eine entscheidende Lücke in der Materialkreislaufwirtschaft: Wir gewinnen aus Gummiabfällen hochwertige Rohstoffe zurück, die wir dem gesamten chemischen Stoffkreislauf wieder zurückführen können, um neue Produkte ohne Einsatz von Rohöl entstehen zu lassen“, erklärte Michael Hofmann, Chief Technology Officer bei Contitech.

Besonders im Blick hat das Unternehmen die Verwertung komplexer Gummiprodukte wie Lebensmittelschläuche oder Gummi-Metall-Verbindungen, die bislang kaum recycelt werden können. Durch das aufbereitete Pyrolyseöl sieht Contitech die Möglichkeit, auch diese Produktgruppen künftig in den Stoffkreislauf zurückzuführen.

Die Anlage in Hannover ist als Versuchsanlage konzipiert und nicht für eine kontinuierliche industrielle Produktion ausgelegt. Angaben zu Durchsatz oder Kapazität macht Continental daher nicht. Nach Angaben des Unternehmens liegt der Fokus derzeit auf der Entwicklung und Optimierung des Verfahrens. Über eine mögliche Skalierung und den Aufbau großtechnischer Anlagen werde erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, hieß es auf Anfrage weiter.

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