Chemisches Recycling: Reclay gegen Lagerdenken

Reclay-Chef Raffael Fruscio ruft dazu auf, beim chemischen und mechanischen Recycling von Kunststoffen nicht auf Konfrontationskurs zu gehen. In der jetzigen Phase sei vor allem entscheidend, nicht in verschiedenen Lagern zu denken. „Wir brauchen eine zukunftsorientierte Koexistenz“, schreibt Fruscio auf der Internetseite von Reclay.

Anlass für den Beitrag des Reclay-Chefs sind die laufenden Diskussionen in Industrie und Abfallwirtschaft über die Vor- und Nachteile von chemischem und mechanischem Recycling. Dabei zeichne sich an vielen Stellen ein Konfrontationskurs ab. „Diesen Diskurs halten wir für falsch. Denn beide Ansätze können und müssen in Zukunft nebeneinander und miteinander funktionieren“, spricht sich Fruscio für ein Miteinander aus. Statt einem Denken in verschiedenen Lagern müsse es vielmehr das Ziel sein, immer die beste Lösung für die weitere Optimierung des Systems und der Prozesse im Sinn zu haben. Schließlich gehe es darum, die Recyclingziele der Gesellschaft zu erreichen und dafür müsse in einer modernen Kreislaufwirtschaft jede funktionierende Technologie miteinbezogen werden. 

Aus Sicht von Fruscio sind das mechanische und das chemische Recycling Teil der Kreislaufwirtschaft. Beide Verfahren müssten sich massiv nach vorne entwickeln. Denn gerade im Bereich von Nahrungsmitteln und Körperpflegeprodukten sei das mechanische Recycling – außerhalb geschlossener Pfandsysteme – noch nicht in der Lage, den Stoffkreislauf entsprechend hochwertig zu schließen. Allein im Hinblick auf diese Produkte, sei es wichtig, dass sich die neuen Technologien etablierten. „Wir sind zuversichtlich, dass in wenigen Jahren sehr ausgereifte Technologien an den Markt gehen werden, die massiv dazu beitragen können, hochwertiges Recycling umzusetzen.“

Chemische Recyclingprozesse hätten in naher Zukunft mit Sicherheit das Potenzial, das mechanische Recycling von Kunststoffen auch in Europa sinnvoll zu ergänzen. Bereits heute werde in Nord- und Südamerika schon mit bestehenden, hochmodernen chemischen Recyclinganlagen gearbeitet. Auch in den europäischen Ländern Großbritannien und Frankreich seien bereits Anlagen in Betrieb bzw. könnten in Kürze den Betrieb aufnehmen.

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