Die Chemieindustrie in Ostdeutschland steckt in einer schweren Krise. Arbeitgeber und Gewerkschaften warnen vor dem Verlust zehntausender Arbeitsplätze und fordern ein rasches Handeln der Bundesregierung. Im Rahmen eines gestern abgehaltenen „Chemiegipfels Ostdeutschland“ haben Branchenvertreter der Bundesregierung einen Fünf-Punkte-Plan zur Stabilisierung des Chemiesektors übergeben und vor einem deutlichen Abbau von Industriearbeitsplätzen gewarnt. Die Forderungen wurden an die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), überreicht.
„Wir brauchen einen Krisenfahrplan. Die Zeit des Redens ist vorbei – jetzt muss gehandelt werden“, sagte Nora Schmidt-Kesseler, die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände. Seit 2022 brechen Produktion und Umsätze in der ostdeutschen Chemie- und Pharmaindustrie nach Angaben der Sozialpartner kontinuierlich ein. Die Kapazitätsauslastung liege mit höchstens 70 Prozent deutlich unter der Rentabilitätsschwelle. Mehr als 63.000 Arbeitsplätze mit einem Jahresumsatz von über 30 Mrd. € stünden auf dem Spiel.
Die Auswirkungen der Krise in der chemischen Industrie auf das Kunststoffrecycling wurden in den letzten Wochen auch in der Recyclingbranche thematisiert....




