Caritas trennt sich von Texaid: Altkleidercontainer in der Pfalz vor Abzug

Die Insolvenz von Texaid trifft nun auch die Caritas in der Diözese Speyer. Der Verband hat den Vertrag mit Texaid für die Bewirtschaftung aller 165 Altkleider-Container im Zuständigkeitsgebiet – der gesamten Pfalz und Teilen des Saarlands – gekündigt. Hintergrund ist laut Caritas die offizielle Mitteilung des Verwertungspartners, wonach die Sammelbehälter vorerst nicht mehr geleert und auch nicht abgeholt werden könnten.

Zuletzt sei es zu zahlreichen Beschwerden der Vermieter von Container-Standorten gekommen. Die Flächen würden zunehmend „als Müllablageplätze missbraucht“, sagt Peter Lehmann, Gesamtleiter des Caritas-Förderzentrums St. Christophorus. Mehrere Container seien aufgebrochen und mit Abfällen befüllt worden. „Teilweise ist der Inhalt komplett durchnässt, weil die Behälter kaputt sind. Die Caritas hat bei Texaid eine pauschale Kündigung aller Container eingereicht“, so Lehmann weiter.

Noch sei ungeklärt, wie es mit den betroffenen Sammelstellen weitergeht. „Wir bestehen natürlich darauf, dass Texaid die Behälter abholt, und sich auch um den Inhalt kümmert“, so Lehmann, „aber unsere 165 Container sind ja nicht die Einzigen in ganz Deutschland“. Rund 9.000 dürften es laut Angaben auf der Webseite des Unternehmens bundesweit sein. 

Nachdem Texaid für seine Tochtergesellschaften Resales Textilhandels- und -recycling GmbH und Texaid Collection GmbH im Juni wie berichtet ein Sanierungsverfahren eingeleitet hat und die Fortführung des Geschäftsbetriebs ohne Einschränkungen ankündigte, folgte im Juli die Anmeldung von Insolvenz in Eigenverwaltung. Im Schreiben an den Caritasverband habe Texaid auf die dramatisch verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verwiesen, die die gesamte Branche immer weiter in Bedrängnis bringen: unter anderem die sinkenden Erlöse aus der Verwertung, steigende Personal- und Logistikkosten sowie den wachsenden Anteil nicht vermarktbarer Ware. Mit dem Abzug der Pfälzer Sammelbehälter zeigt sich offenbar einmal mehr: „Allen steht das Wasser bis zum Hals“, wie es im neuesten EUWID-Marktbericht heißt.

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