
Die Mittelstandsallianz – bestehend aus dem bvse und 21 weiteren Verbänden – hat einen Plan mit Handlungsempfehlungen für zwölf Politikfelder erarbeitet, die eine nachhaltige Entwicklung der deutschen Wirtschaft fördern sollen. Die angesprochenen Themen erstrecken sich von der Energie- und Rohstoffwende über die Bereiche Digitalisierung, Wettbewerb, Arbeitsmarkt, Selbständigkeit, Finanzierung, Steuern, Gesundheit und Immobilien bis hin zum Themenblock Europa und International.
Das Kapitel Energie- und Rohstoffwende wurde unter Federführung von bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock erarbeitet, gab der Verband am vergangenen Donnerstag bekannt. Deutschland brauche eine umfassende Rohstoffwende durch mehr Ressourcenschonung, Recycling sowie eine effiziente Sekundärrohstoffwirtschaft, um sich für eine ökonomisch erfolgreiche und nachhaltige Zukunft optimal aufzustellen.
Der Mittelstand sei der Motor der Energie- und Rohstoffwende und damit der Etablierung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft in Deutschland, erklärt der bvse. Daraus würden sich für mittelständische Unternehmen große Chancen ergeben. Die Standortvorteile Deutschlands dürften allerdings nicht durch zu hohe Strompreise gefährdet werden. „Wir treten daher für eine mittelstandsfreundliche Gestaltung der Energiewende unter der Leitlinie ,so dezentral wie möglich, so zentral wie nötig‘ ein“, so der Verband.
Die Forderungen der Mittelstandsallianz umfassen im Einzelnen, den möglichst dezentralen weiteren Ausbau von Erneuerbaren Energien. Mittelständische Unternehmen könnten etwa über betriebseigene Photovoltaik-Anlagen einen Großteil des benötigten Stroms selbst erzeugen, wenn dafür günstigere Rahmenbedingungen vorlägen. Die Mittelstandsallianz fordert außerdem, die Stromsteuer deutlich zu senken oder abzuschaffen. Außerdem sollen die Energiekosten gesenkt, Sekundärrohstoffe als „Booster für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz“ anerkannt und verstärkt Recyclingprodukte verwendet werden.
Zügige nationale Regelung für das Abfallende gefordert
In Bezug auf die Rohstoffnutzung fordert die Mittelstandsallianz die Politik auf, in allen relevanten Bereichen zu prüfen, ob Sekundärrohstoffe eingesetzt werden können. Es müsse eine zügige nationale Regelung für das Abfallende von wichtigen Sekundärrohstoffen, wie zum Beispiel Altpapier, Ersatzbaustoffen oder Altkunststoffen gefunden werden. So könne für alle Marktteilnehmer Rechtssicherheit geschaffen und die Kreislaufwirtschaft vorangebracht werden.
Beim Einsatz von Recyclingprodukten stellt die Mittelstandsallianz eine nach wie vor zu große Zurückhaltung öffentlicher wie privater Auftraggeber fest. Die öffentliche Hand sollte bei ihren Auftragsvergaben „mit gutem Beispiel voran gehen und die Diskriminierung der Verwendung von Recyclingprodukten, beispielsweise in Ausschreibungen, ausschließen“.
Die Mittelstandsallianz führt nach Informationen des bvse zahlreiche mittelstandsorientierte Verbände – sowohl aus spezifischen Branchen als auch branchenübergreifend – zusammen und vertritt gemeinsame Werte sowie Forderungen gegenüber der Politik. Der vollständige Zwölf-Punkte-Plan lässt sich hier herunterladen.



