bvse: Steigende Kunststoffrecyclingquote überdeckt zentrale Branchenprobleme

Die von der Zentrale Stelle Verpackungsregister und dem Umweltbundesamt für 2024 ausgewiesene Kunststoffrecyclingquote von rund 71 Prozent ist nach Einschätzung des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling kein belastbarer Indikator für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Gegenüber dem Vorjahr entspricht der Wert zwar einem Anstieg um rund zwei Prozentpunkte, lasse jedoch zentrale strukturelle Probleme der Branche außer Acht.

„Die ausgewiesenen Recyclingquoten wirken auf den ersten Blick eindeutig, sie spiegeln jedoch nicht die tatsächliche Situation der Branche wider“, erklärte Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverband Kunststoffrecycling. Bei den Quoten handele es sich um Zuführquoten. „Dass Material in eine Anlage gelangt, heißt noch lange nicht, dass daraus ein marktfähiger Sekundärrohstoff entsteht oder dieser auch tatsächlich eingesetzt wird.“

Während die formalen Quoten steigen, verschärft sich nach Angaben des Fachverbandes die wirtschaftliche Lage vieler Kunststoffrecycler. In Deutschland und Europa hätten in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Unternehmen den Betrieb eingestellt oder ihre Kapazitäten deutlich reduziert. Gleichzeitig seien die Lagerbestände der verbliebenen Recycler stark angewachsen. Zehntausende Tonnen hochwertiger Rezyklate fänden derzeit keine Abnehmer, obwohl statistisch hohe Recyclingquoten ausgewiesen würden. „Recycling ohne Nachfrage ist kein Kreislauf“, so Textor. „Wenn Rezyklate auf Halde liegen, erzeugen wir Statistik, aber keine Ressourcenschonung.“...

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