
Die BVA Hagen-Kabel GmbH hat im Geschäftsjahr 2024 zwar ihren zuletzt drastisch gesunkenen Umsatz auf 11,7 Mio € (2023: 7,3 Mio €) erhöht, unter dem Strich bleibt dennoch ein Jahresfehlbetrag von 3,5 Mio € nach zuvor 4,8 Mio €. Dabei seien die Umsatzerlöse wegen gesunkener Strompreise und -mengen um 6,2 Mio € geringer ausgefallen als zunächst geplant, heißt es in der Pflichtveröffentlichung im elektronischen Unternehmensregister.
Die vom Unternehmen betriebene Biomasse-Verstromungsanlage Hagen-Kabel erreichte mit 6.260 Volllaststunden im Berichtsjahr eine Verfügbarkeit von 71,4 Prozent und lag damit unter den Erwartungen des Wirtschaftsplanes, der etwas über 7.000 Stunden vorsah. Die Vermarktung der ins öffentliche Netz eingespeisten Strommengen erbrachte 2024 Stromerlöse in Höhe von 10,2 Mio €. Hinzu kamen Umsatzerlöse aus dem Dampfverkauf von 1,0 Mio €. Dem standen Aufwendungen für Altholz in Höhe von 2,7 Mio € gegenüber.
Die Erzeugung der etwa 124 GWh eingespeisten Strommenge im Jahr 2024 erforderte einen entsprechenden Brennstoffeinsatz von rund 136.000 Tonnen Altholz. Im Vergleich zu den sinkenden Strompreisen an den Börsen waren allerdings die Preisreduktionen auf dem Altholzmarkt in Relation jedoch wesentlich zurückhaltender, was insgesamt zu sinkenden Deckungsbeiträgen geführt habe, heißt es im Jahresabschluss. Die BVA musste im gesamten Jahr 2024 wie bereits im Vorjahr 2023 für die Anlieferung von Brennstoff eine Vergütung zahlen.
Für das „herausfordernde Geschäftsjahr 2025“, dem ersten nach Wegfall der EEG-Vergütung, erwartet die BVA Umsatzerlöse in Höhe von 13,9 Mio € und ein EBT in Höhe von minus 600.000 €. Seit der Verabschiedung des Wirtschaftsplans habe sich der Strom-Brennstoff-Spread durch das kontinuierlich steigende Strompreisniveau deutlich verbessert, was voraussichtlich positive Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2025 haben werde. Trotz des Endes der EEG-Förderung behalte die BVA grundsätzlich den Anspruch auf vorrangige Einspeisung. Dies sichere weiterhin den Zugang zum Stromnetz und stabilisiere die Einnahmen. Die BVA könne den erzeugten Strom direkt über einen Direktvermarkter an der Strombörse verkaufen, was eine flexible Anpassung an Marktbedingungen ermögliche und mit Blick auf optimierte Vermarktungsstrategien zu Spot- sowie Terminmarktoptionen zu potenziell höheren Erlösen führen könne.
Die BVA Hagen-Kabel gehört zu je 50 Prozent der zur Enervie-Gruppe gehörenden Mark-E AG und der Kabel Premium Pulp & Paper GmbH, beide mit Sitz in Hagen. Die Biomasse-Verstromungsanlage hat eine elektrische Leistung von 20 MW und kann zusätzlich bis zu 25 Tonnen pro Stunde Prozessdampf im Kraft-Wärme-Kopplungsprozess auskoppeln. Die Anlage wird in Zusammenarbeit mit der Mark-E und der Kabel Premium betrieben, sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Papierfabrik der Kabel Premium und des Mark-E Heizkraftwerkes in Hagen-Kabel.



