BUND zum Erdüberlastungstag: Nur echte Kreislaufwirtschaft kann Rohstoffverbrauch senken

Anlässlich des heutigen deutschen Erdüberlastungstags ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu einer grundlegenden Ressourcenwende auf. Die Umweltorganisation fordert die Bundesregierung auf, ein Ressourcenschutzgesetz auf den Weg zu bringen und die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie mit verbindlichen Maßnahmen zu unterfüttern.

„Unsere Erde kann nicht mehr – wir überfordern sie Tag für Tag“, mahnt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt in der Mitteilung. Deutschland habe bereits nach gut vier Monaten sämtliche Ressourcen aufgebraucht, die ihm im globalen Jahresbudget zustünden. Ursachen seien unter anderem ein hoher Energieverbrauch, der Individualverkehr, industrielle Tierhaltung sowie der Bausektor. „Würden alle so wirtschaften wie Deutschland, bräuchte es drei Erden“, warnt der Umweltverband.

Zentrales Element des vom BUND geforderten Wandels ist die Einführung echter Kreislaufwirtschaft. Sie sei entscheidend, um Ressourcen zu schonen, die Klima- und Biodiversitätskrise einzudämmen sowie die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen zu stärken. „Nur echte Kreislaufwirtschaft kann Ressourcen schützen und so ein entscheidender Faktor im Kampf gegen die Klimakrise, das Artensterben und die Rohstoffknappheit werden“, so Bandt.

In diesem Zusammenhang verweist der BUND auf die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS), in der das Ziel formuliert ist, den Primärrohstoffverbrauch in Deutschland auf sechs bis acht Tonnen pro Kopf und Jahr zu senken – aktuell liegt er laut BUND bei etwa dem Zehnfachen. Die NKWS müsse nun von der neuen Bundesregierung „mit Leben gefüllt“ werden. Gefordert sei eine konkrete und verbindliche Umsetzung entlang der gesamten Abfallhierarchie: Priorität müsse die Reduktion des Verbrauchs haben, gefolgt von Wiederverwendung und Recycling.

Darüber hinaus setzt sich der BUND für Sofortmaßnahmen wie ein Tempolimit, den Stopp des Flächenverbrauchs und die Förderung von Mehrweg anstelle von Einweg ein. Die Einführung eines Ressourcenschutzgesetzes sei zentral, um „die Verschwendung und Verschmutzung unserer Lebensgrundlagen zu stoppen“.

BUND: CCS ist teuer, unerprobt – und verhindert den Wandel

Nicht zuletzt warnt die Organisation vor Technologien wie Carbon Capture and Storage (CCS). Dabei handele es sich um Scheinlösungen, die vom notwendigen Wandel ablenkten. „Sie sind teuer und unerprobt und verhindern den Wandel“, betont Bandt, und fordert stattdessen „Gesetze und Investitionen für echte Kreislaufwirtschaft“.

Mit Blick auf die ökologischen Belastungsgrenzen sei ein sofortiges Umsteuern notwendig. Die negativen Umweltwirkungen seien durchweg mit dem Rohstoffverbrauch verknüpft, der sich weltweit in den vergangenen 50 Jahren mehr als verdreifacht habe. Deutschland habe sich dabei auf einem „extrem hohen Niveau eingependelt“. Ein gesetzlich festgelegtes Reduktionsziel könne helfen, die Nutzung auf ein nachhaltiges Maß zu begrenzen und ein Signal für globale Kooperation zu setzen, ist die Umwelt- und Naturschutzorganisation überzeugt.

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