
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wendet sich gegen das drohende Aus des Berliner Förderprogramms für die Reparatur privater Elektrogeräte. „Der Reparaturbonus ist ein äußerst erfolgreiches Instrument, wenn es um die nachhaltige Stärkung umweltbewussten Verhaltens geht“, erklärte der Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik des Verbandes, Tobias Quast-Malur. Um dauerhaft Wirkung erzielen zu können, dürfe das erst im letzten Jahr begonnene Programm nicht gleich wieder dem Sparzwang zum Opfer fallen, es müsse in den kommenden Jahren weiterlaufen.
Momentan sieht es allerdings nicht so aus. „Nach aktuellem Stand kann das Programm für den Reparaturbonus nicht fortgesetzt werden, da derzeit keine finanziellen Mittel zur Fortsetzung zur Verfügung stehen“, erklärte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt auf Anfrage von dpa. „Eine finale Entscheidung kann aber erst nach Abschluss der Haushaltsberatungen getroffen werden.“
Der Senat hatte den Reparaturbonus im September gestartet, um eine nachhaltige Nutzung von Elektrogeräten zu unterstützen, Abfall zu vermeiden und zur Schonung von Ressourcen beizutragen. Das Land beteiligte sich an der Reparatur von Handys, Laptops, Waschmaschinen oder Waffeleisen mit bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal 200 €. Bei einer Reparatur in einem Repair-Café oder ähnlichen Initiativen übernahm das Land die Kosten für Ersatzteile sogar komplett.
Das pro Jahr 1,25 Mio € umfassende Programm stieß auf große Resonanz bei den Berlinerinnen und Berlinern. Ende Juni teilte die Umweltverwaltung jedoch mit, dass für das laufende Jahr wegen der starken Nachfrage alle Mittel aufgebraucht und keine neuen Anträge mehr möglich seien. Seit Beginn des Programms wurden demnach mehr als 14.000 Reparaturen von Elektro- und Elektronikgeräten gefördert.
Durch das Projekt werde wieder klar, wie sehr sich Reparatur lohne, sagte BUND-Mann Quast-Malur. „Der Bonus gibt für viele Menschen den Anstoß, statt eines schnellen Neukaufs die Instandsetzung defekter Geräte überhaupt erst wieder ernsthaft ins Auge zu fassen.“
Der schwarz-rote Berliner Senat hatte seinen Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/2027 Ende Juli beschlossen. Nach der Sommerpause berät das Abgeordnetenhaus über den Etat, dabei sind noch Änderungen möglich. Voraussichtlich im Dezember wird das Parlament den Haushalt dann endgültig beschließen. (dpa/eigener Bericht)



