Boehringer Ingelheim nimmt neues Biomasseheizkraftwerk in Betrieb

Im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Katrin Eder (beide Grüne) hat Boehringer Ingelheim am Montag ein neues Biomasseheizkraftwerk auf seinem Werksgelände in Ingelheim in Betrieb genommen. Das mit Altholz betriebene Kraftwerk ermöglicht es dem Pharmaunternehmen, den CO2-Ausstoß der betriebseigenen Energieerzeugung am Standort um 70 Prozent bzw. 50.000 Tonnen CO2 zu senken. Insgesamt investiert Boehringer Ingelheim 205 Mio € in nachhaltige Infrastrukturprojekte, durch die der Konzern künftig 95 Prozent des Energiebedarfs am Standort aus erneuerbaren Quellen decken will. Die Kosten für das Biomasseheizkraftwerk beliefen sich laut einem Bericht des SWR auf 174 Mio €.

„Die Dekarbonisierung aller Bereiche unserer Volkswirtschaft ist notwendig, um globale Klimaziele zu erreichen und die Energieimporte zu verringern. Boehringer Ingelheim ist ein gutes Beispiel dafür. Die Firma nutzt erneuerbare Energien für die Produktion und leistet einen Beitrag für eine bessere Gesundheitsversorgung und den Erhalt des Standorts“, lobte Bundeswirtschaftsminister Habeck.

Landesumweltministerin Katrin Eder hob das schnelle Genehmigungsverfahren für das Biomassekraftwerk hervor, das im Herbst 2020 beantragt wurde und bereits ein Jahr später die Zulassung erhielt. „Die wichtige Investition in ein neues Kraftwerk durchlief einen konfliktarmen und zügigen Genehmigungsprozess. Schnelle Genehmigungsverfahren, eine neue ‚Rheinland-Pfalz-Geschwindigkeit‘, sind zentral sowohl für die Sicherung des Wirtschaftsstandorts als auch für das Erreichen unserer Klimaziele“, so Eder.

Das neue Biomasseheizkraftwerk Ingelheim verfügt über eine installierte Gesamtfeuerungsleistung von ca. 151 MW, verteilt auf einen Biomassekessel mit 55 MW Feuerungswärmeleistung und vier Spitzenlast- und Reservekessel mit jeweils 24 MW Feuerungswärmeleistung. Die gleichzeitig betriebene Gesamtfeuerungsleistung ist aber auf unter 100 MW begrenzt. Als Brennstoff für den Biomassekessel wird im Wesentlichen Altholz der Klassen I bis IV verwendet, das aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Ingelheim transportiert wird. Bei einem mittleren Heizwert von ca. 11 MJ/kg rechnet Boehringer Ingelheim laut Genehmigungsunterlagen mit einer mittleren Jahresmenge an Biomassebrennstoff in Höhe von rund 158.000 Tonnen.

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