Der Beirat der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) hat eine Reihe von Empfehlungen vorgestellt, um die Recyclingquote für Glas in Deutschland zu erhöhen. Die zentrale Botschaft: Kommunen, Systeme und Handel müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. „Gemeinsam können wir in Deutschland eine Kreislaufwirtschaft für Altglas erreichen“, sagt Gunda Rachut, Vorstand der ZSVR.
Im Jahr 2022 verfehlte Deutschland die gesetzlich vorgeschriebene Recyclingquote von 90 Prozent für Glas deutlich, erreichte nur 81,4 Prozent. Um die gesetzliche Verwertungsquote zu erfüllen, bedarf es der zusätzlichen Sammlung von rund 200.000 Tonnen Altglas. „Jeder von uns müsste pro Jahr 2,5 Kilogramm mehr Altglas sammeln, um die Verwertungsquote zu erfüllen“, erläutert Rachut. Noch immer entsorgten Bürger zu viel Glas im Restabfall. Eine neue Studie des Instituts für Abfall, Abwasser und Infrastruktur Management (INFA) identifiziert nun zentrale Maßnahmen, um die Situation zu verbessern. Im Schnitt würden nur 23 kg pro Einwohner jährlich gesammelt. Noch darunter lagen die durchschnittlichen Sammelmengen in den Stadtstaaten sowie in einigen Flächenländern mit hoch verdichteten Siedlungsräumen. Ein Hauptgrund sei die fortschreitende Reduzierung oder verminderte Attraktivität der Standplätze von Glas-Sammelcontainern.
Ein wesentlicher Schlüssel liegt in der Zugänglichkeit und Attraktivität der Sammelstellen. So wirkt sich in städtischen Strukturen eine höhere Containerdichte positiv auf die Sammelmengen aus. Der Beirat der ZSVR empfiehlt daher mindestens einen Glas-Sammelplatz pro 1.000 Einwohner. „Den Bürgern muss die Sammlung so einfach wie möglich gemacht werden“, betont die Studie. Die Empfehlungen richten sich insbesondere an die Kommunen, die für ausreichende und gut platzierte Sammelstellen sorgen müssen. Sie müssten für ihre Standplätze kämpfen, statt diese weiter abzubauen. Insbesondere Deutschlands Städte brauchten weitere Stellplätze. Um diese künftig zu gewährleisten, müssten Kommunen Standorte für Sammelcontainer frühzeitig mit in die Stadtplanung einbeziehen....




