
Der Industrieabfallentsorger Befesa ist wirtschaftlich erfolgreich in das Jahr 2025 gestartet. Wie das auf das Recycling von Stahlstaub und Aluminium-Salzschlacke spezialisierte Unternehmen heute bekannt gab, stieg das bereinigte Ebitda im ersten Quartal trotz rückläufiger Absatzmengen um 15 Prozent auf 55,8 Mio €. Der Nettogewinn konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar von 9,4 auf 18,6 Mio € annähernd verdoppelt werden. Auch für das Gesamtjahr erwartet Befesa einen deutlichen Ergebnisanstieg.
Dass das Ergebnis trotz geplanter Wartungsstillstände wichtiger Anlagen verbessert werden konnte, verdeutlicht laut Befesa die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells. Haupttreiber für das Ebitda-Wachstum waren den Angaben zufolge die vorteilhaften Zinkschmelzlöhne für Recyclingaktivitäten, kombiniert mit einem strategisch verhandelten Absicherungspreis. Dadurch konnten ein leichter Rückgang der behandelten Volumina und eine weiterhin gedämpfte durchschnittliche Metallmarge ausgeglichen werden.
Insgesamt erwirtschaftete Befesa in den ersten drei Monaten Umsatzerlöse von 308 Mio € – ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Geschäftsfeld Stahlstaubrecycling mit weniger Menge aber höherem Ergebnis
Der größte Teil des Quartalsumsatzes entfiel wie üblich auf das Geschäftsfeld Stahlstaub-Recycling. Trotz eines deutlichen Mengenrückgangs von 303.000 Tonnen auf 277.000 Tonnen erhöhte sich der Segmentumsatz von 188 auf 200 Mio €. Die durchschnittliche Auslastung der EAFD-Recyclinganlagen verringerte sich im Vorjahresvergleich auf 64 Prozent, was mit geplanten Wartungsstillständen in Europa und Lieferkettenbeschränkungen in anderen Regionen begründet wird. Besonders niedrig mit 50 Prozent war die Kapazitätsauslastung in China aufgrund der schwachen EAF-Stahlproduktion.
Das im Bereich Stahlstaubrecycling erzielte Segment-Ebitda stieg im ersten Quartal trotz der Mindermengen dennoch um 37 Prozent auf 49 Mio €. Dies wird insbesondere auf höhere LME-Zinkpreise, Hedging-Preise und vorteilhafte Zinkschmelzlöhne zurückgeführt.
Im zweiten Geschäftsfeld Aluminium-Salzschlacken meldet Befesa für das erste Quartal ebenfalls einen Mengenrückgang, allerdings auch eine Ergebnisverschlechterung. Die recycelte Menge an Salzschlacke sank demzufolge leicht um vier Prozent auf rund 107.000 Tonnen, was ebenfalls mit geplanten Wartungsabschaltungen erklärt wird. Die Auslastung der Recyclinganlagen lag mit 93 Prozent aber weiterhin auf hohem Niveau und nur geringfügig niedriger als im Vorjahreszeitraum, als die Anlagen zu 95 Prozent ausgelastet waren.
Die Umsatzerlöse der Sparte erhöhten sich leicht um zwei Prozent auf 28 Mio €. Das Segment-Ebitda ging jedoch um 29 Prozent auf 7,0 Mio € zurück. Grund hierfür seien insgesamt höhere Betriebskosten als Folge gestiegener Energiepreise.
Sekundäraluminiumproduktion sinkt wegen schwächerem europäischen Automobilsektor
Noch stärker um 43 Prozent auf 1,6 Mio € verringerte sich das Ebitda im Untersegment Sekundäraluminium. Befesa begründet dies mit dem starken Rückgang der durchschnittlichen Metallmargen durch höhere Preise im Rohstoffeinkauf und reduzierte Prämien beim Verkauf der Aluminiumlegierungen.
Insgesamt produzierte der Konzern knapp 43.000 Tonnen Aluminiumlegierungen und damit drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Auslastung der Sekundäraluminiumwerke lag mit 81 Prozent sechs Prozentpunkte niedriger als im ersten Quartal 2024, was auf schwierige Marktbedingungen für Aluminiumschrott und Schwächen im europäischen Automobilsektor zurückzuführen sei. Der Segmentumsatz ging um drei Prozent auf 95 Mio € zurück.
Positiver Ausblick für Gesamtjahr
Für den weiteren Geschäftsverlauf in 2025 gibt sich Befesa insgesamt optimistisch. Zwar sei das politische und wirtschaftliche Umfeld aufgrund der Unsicherheit über Handelszölle weniger vorhersehbar geworden. Die Unternehmensführung sieht kurzfristig dadurch aber nur begrenzte direkte Auswirkungen auf das Geschäft und betrachtet die langfristigen Treiber des Geschäfts als intakt. Für das Gesamtjahr plant Befesa daher mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Die Ebitda-Prognose für 2025 liegt zwischen 240 und 265 Mio €, was einem Plus um bis zu 24 Prozent gegenüber 2024 entsprechen würde.
Ihren strategischen Wachstumsplan will die Befesa-Führung den Angaben zufolge diszipliniert umsetzen und sich weiterhin auf Projekte mit klaren Renditen konzentrieren. So schreite die Erweiterung der EAFD-Recyclinganlage in Palmerton im US-Bundesstaat Pennsylvania planmäßig voran. Nachdem der erste Ofen seinen Hochlauf im ersten Quartal fortgesetzt hat, soll der zweite Ofen voraussichtlich im zweiten Quartal fertiggestellt werden. Diese Erweiterung werde es dem Unternehmen ermöglichen, zusätzliche Volumina an EAF-Stahlstaub auf dem US-Markt zu verarbeiten, so Befesa.
In Europa schreitet die Erweiterung der Produktionskapazitäten für Sekundäraluminium im bestehenden Werk in Bernburg in Sachsen-Anhalt ebenfalls voran. Die Fertigstellung wird bis zum zweiten Quartal 2026 erwartet. Laut Befesa entspricht dieses Projekt dem erwarteten Wachstum der Aluminiumnachfrage in Europa, das durch die Verbreitung von Elektrofahrzeugen und den Bedarf der Automobilindustrie an Leichtbaulösungen zur Emissionsreduzierung angetrieben werde.
Weniger optimistisch ist Befesa dagegen für den chinesischen Markt. Angesichts der „herausfordernden Marktbedingungen“ in der Volksrepublik hatte Befesa, wie berichtet, bereits im letzten Jahr beschlossen, seine Expansionspläne in der Region zu pausieren, um die Ressourcen auf die unmittelbareren und attraktiveren Wachstumschancen in den USA und Europa zu konzentrieren.


