Befesa erwartet 2026 weiteres Rekordergebnis

Nach dem Rekordergebnis im letzten Jahr rechnet der Industrieabfallentsorger Befesa für 2026 mit einem weiteren Ergebnisanstieg. Wie der Luxemburger Konzern heute anlässlich der Vorlage der Quartalszahlen für die ersten drei Geschäftsmonate bekannt gab, erwartet die Befesa-Führung in diesem Jahr ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) zwischen 250 und 270 Mio. €, was im Vergleich zu 2025 einen Zuwachs um drei bis elf Prozent bedeuten würde.

Im ersten Quartal erhöhte sich das bereinigte Ebitda den Angaben nach um vier Prozent auf 58 Mio. €; Befesa geht aber davon aus, dass das Ertragswachstum im Jahresverlauf noch an Dynamik gewinnt. Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf weitere Volumenzuwächse der Stahlstaub-Recyclingaktivitäten in den USA sowie eine Erholung im Sekundäraluminium-Segment.

Produktionsrückgang in Aluminiumsparte

Im letztgenannten Segment war die Mengenentwicklung in den ersten drei Monaten – wie schon im gesamten Vorjahr – rückläufig. So verringerte sich das Volumen der Sekundäraluminiumlegierungen gegenüber dem Vorjahresquartal um neun Prozent auf 39.000 Tonnen. Die Auslastung der Sekundäraluminiumwerke lag bei 75 Prozent und damit nochmals sechs Prozentpunkte niedriger als im Jahr zuvor. Trotz des daraus resultierenden Umsatzrückgangs von 95 auf 85 Mio. € verbesserte sich das Segment-Ebitda aufgrund höherer Verkaufsaufschläge um acht Prozent auf 1,8 Mio. €.

Noch deutlicher um zehn Prozent auf 7,7 Mio. € stieg das Quartals-Ebitda im zweiten Bereich der Aluminiumsparte, dem Salzschlackenrecycling. Auch in diesem Geschäftsfeld war die Mengenentwicklung mit minus fünf Prozent auf 102.000 Tonnen rückläufig; die Umsatzerlöse kletterten allerdings durch Preiseffekte um acht Prozent auf 29,8 Mio. €.

Stahlstaub-Recyclingmengen trotz Wartungsarbeiten gestiegen

Wichtigster Umsatz- und Ergebnisträger bei Befesa bleibt aber das Recycling von Stahlstaub aus Elektrolichtbogenöfen (EAF). Trotz geplanter Wartungsarbeiten an mehreren Anlagen und Engpässen in der Lieferkette konnte Befesa die Verarbeitungsmengen im ersten Quartal um ein Prozent auf 280.000 Tonnen steigern. Besonders in den USA verzeichnete Befesa – gestützt auf neue Lieferverträge – ein hohes Volumenwachstum um acht Prozent und einen Anstieg der Kapazitätsauslastung um drei Prozentpunkte.

Auch für Europa meldet Befesa eine „robuste“, um drei Prozentpunkte gestiegene Kapazitätsauslastung. Die Anlieferungen von EAF-Kunden bewegten sich trotz eines Rückgangs der europäischen Stahlproduktion weiterhin auf hohem Niveau. Im südkoreanischen Werk blieb die Kapazitätsauslastung weitgehend stabil, in der Türkei ging sie leicht zurück, und für China spricht Befesa von einer nicht näher erläuterten „moderaten Auslastung“.

Insgesamt lag die Kapazitätsauslastung der konzernweit 14 Stahlstaub-Recyclinganlagen im ersten Quartal durchschnittlich bei knapp 65 Prozent. Die mit dem Segment erzielten Umsätze verringerten sich aufgrund ungünstiger Wechselkurse von 200 auf 182 Mio. €. Dafür verbesserte sich das Segment-Ebitda dank höherer Zinkpreise um mehr als zwei Prozent auf 50,5 Mio. €.

„In einem von Volatilität geprägten Quartal hat Befesa robustes Ergebniswachstum und einen Anstieg in der Profitabilität geliefert, gestützt durch eine solide Entwicklung in den USA“, kommentierte Konzernchef Asier Zarraonandia die Quartalszahlen. „Mit der planmäßig verlaufenden Expansion in Bernburg sowie einer Nachfrage, die durch Infrastrukturinvestitionen und einer robusten Industrienachfrage gestützt wird, sind wir zuversichtlich, unsere Jahresprognose und nachhaltiges Wachstum zu erreichen.“

Insgesamt will Befesa in diesem Jahr rund 70 Mio. € investieren, davon 45 Mio. € für laufende Instandhaltung und 25 Mio. € Wachstumsinvestitionen für die Erweiterung des Standorts Bernburg. Wie berichtet, will Befesa in Erwartung einer in den kommenden Jahren steigenden Aluminiumnachfrage in Europa die Produktionskapazität seines in der Mitte von Sachsen-Anhalt gelegenen Sekundäraluminiumwerks von 75.000 auf 135.000 Tonnen erhöhen. Die Fertigstellung der Arbeiten ist laut Quartalsbericht noch für die erste Jahreshälfte anvisiert, der Hochlauf der Anlage ist dann im zweiten Halbjahr geplant.

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