BDE und Denuo drängen auf EU-Initiative gegen Batteriebrände

Das Problem falsch entsorgter Lithium-Ionen-Batterien und die daraus resultierenden Brände in Betrieben der Abfallwirtschaft stehen im Fokus eines neuen Vorstoßes auf EU-Ebene. Im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks im Europäischen Parlament haben die Branchenverbände BDE aus Deutschland und Denuo aus Belgien gemeinsam gefordert, das Thema über die nationale Aufklärungsebene hinaus in einen EU-weit harmonisierten Rechtsrahmen zu überführen.

„Batteriebrände machen nicht an nationalen Grenzen halt – und die Lösungen dürfen es ebenfalls nicht“, sagte Christian Suhl, Geschäftsführer und Leiter des Brüsseler Büros des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft. Ähnlich äußerte sich der belgische Europaabgeordnete Pascal Arimont und unterstrich die Wichtigkeit besserer Sammelsysteme, einer stärkeren erweiterten Herstellerverantwortung und klarer Anreize, Batterien aus dem Restmüll herauszuhalten. „Die Europäische Kommission sollte nun zügig vom Anerkennen des Problems zur Vorlage konkreter Legislativvorschläge kommen. Jeder Tag Verzögerung bedeutet mehr Batterien im Restmüll und mehr vermeidbare Brände in Europa“, sagte Arimont bei der Veranstaltung, die er laut BDE-Mitteilung zusammen mit dem französischen Europaabgeordneten Grégory Allione initiiert hatte. Zu den Teilnehmern zählten Vertreter aus Europäischem Parlament, EU-Kommission, Industrie, Feuerwehr sowie Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft.

Die Branche warnt schon seit langem vor massiven Sicherheitsrisiken und Schäden durch fehlgeleitete Akkus unter anderem im Restmüll, Altpapier oder Metallschrott, die sich bei mechanischer Beanspruchung in Sammelfahrzeugen und Sortieranlagen entzünden können. Im Dezember ist das Thema schließlich auch im EU-Umweltrat angekommen, was der BDE damals als wichtiges Signal begrüßte. Beim gemeinsamen Brüsseler Auftritt mit Denuo am Dienstag sprachen sich beide Verbände ausdrücklich für ein „europäisch abgestimmtes Maßnahmenpaket“ aus: Dieses solle ein Pfand- und Rücknahmesystem für Gerätebatterien, Akkus für leichte Verkehrsmittel sowie kleine Elektrogeräte mit integrierten Batterien umfassen. Zudem müsse es ein Verbot von Produkten geben, in denen Lithium-Ionen-Batterien ohne funktionale Notwendigkeit verbaut sind, wie zum Beispiel Einweg-E-Zigaretten oder leuchtende Wegwerfprodukte. Weitere Forderungen betreffen eine bessere Verbraucheraufklärung sowie eine konsequente erweiterte Herstellerverantwortung, damit Inverkehrbringer die durch Batteriebrände entstehenden Kosten angemessen mittragen.

- Anzeige -

Themen des Artikels
Kategorie des Artikels
- Anzeige -