BDE trennt sich von Anja Siegesmund

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft trennt sich von seiner Präsidentin Anja Siegesmund. Der BDE und die frühere Politikerin haben sich auf eine Beendigung der Tätigkeit zum 31. Januar geeinigt. Die Führung des Verbandes übernimmt Vizepräsident Matthias Harms bis auf Weiteres kommissarisch.

Damit endet die Amtszeit von Anja Siegesmund als geschäftsführende Präsidentin des privaten Entsorgerverbands nach gut anderthalb Jahren. Die Mitglieder des Verbands hatten die ehemalige Thüringer Umweltministerin zwar bereits im Mai 2023 in das Amt gewählt. Aufgrund einer von der Landesregierung in Thüringen beschlossenen Karenzzeit konnte sie die Position beim BDE jedoch erst im Juni 2024 antreten. Ihre Amtszeit als Präsidentin wäre noch bis zum Mai dieses Jahres gelaufen.

Als Grund für die nun vorzeitig und „im besten Einvernehmen“ erfolgte Trennung wird auf unterschiedliche Vorstellungen zur weiteren Entwicklung des Verbands verwiesen. Nach Brancheninformationen soll es aber auch bei den Vorbereitungen und Planungen zur kommenden IFAT zu Unstimmigkeiten gekommen sein. Außerdem war die Geschäftsstelle des Verbandes in den vergangenen anderthalb Jahren von einer erhöhten Personalfluktuation betroffen. Das Präsidium des BDE dankte Siegesmund dennoch für ihren „maßgeblichen Beitrag zur strategischen Neuausrichtung und zur klaren Positionierung“ des Verbandes.

„Gemeinsam haben wir den BDE als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband organisatorisch modernisiert und weiterentwickelt, seine politische Rolle für den Industriestandort Deutschland und Europa geschärft und die Kreislaufwirtschaft als Schlüsselbranche für Rohstoffsicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Resilienz sichtbar positioniert“, erklärt Siegesmund zum Abschied.

Ob ein neuer Präsident bzw. eine neue Präsidentin bereits auf der Mitgliederversammlung des BDE im Rahmen der IFAT Anfang Mai gewählt werden kann, ist noch offen. Eine Findungskommission aus dem Kreis des Präsidiums soll eine geordnete Nachfolge an der Spitze des Verbandes organisieren. Dabei sei natürlich auch entscheidend, welche Kandidaten zu welchem Zeitpunkt verfügbar sind, heißt es weiter. Der Zeitraum bis zur Messe in München könnte daher zu knapp sein. Offen ist dabei auch noch, ob der BDE an der bisherigen Struktur mit einem geschäftsführenden Präsidenten festhält oder Geschäftsführung und Präsidentenamt künftig wieder getrennt werden.

In der Übergangszeit wird Vizepräsident Matthias Harms den Verband führen. Der frühere Chef von Veolia Deutschland übernimmt ab März zudem die Geschäftsführung bei der Meinhardt-Gruppe.   

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