In der kommenden Woche beginnt in Aserbaidschan der nächste UN-Klimagipfel. Aus Sicht des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungswirtschaft sollte der Klimaschutzbeitrag von Rezyklaten auf der Weltklimakonferenz stärker in den Blick genommen werden. „Die UN-Staaten liegen mit ihren nationalen Klimaplänen weit entfernt von einem Pfad, der sie zu einer Begrenzung des Klimawandels auf 1,5 Grad führt. Ohne eine funktionierende Kreislaufwirtschaft werden wir die Klimaziele nicht erreichen. Deshalb sind Weltklimakonferenzen Orte, wo international Wege zum zirkulären Wirtschaften ausgelotet werden können“, betont BDE-Präsidentin Anja Siegesmund.
Im Rahmen der letzten Weltklimakonferenz in Dubai wurde Kreislaufwirtschaft erstmals in der Abschlusserklärung erwähnt. „Jetzt muss es darum gehen, die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für den internationalen Klimaschutz in konkreten Maßnahmen abzubilden“, fordert Siegesmund.
Die Kreislaufwirtschaft müsse sowohl in der EU als auch global entfesselt werden, da die Wirtschaft zunehmend vernetzt agiere. Tatsächlich werde die Wirtschaft im Jahr 2024 aber immer noch zu linear gedacht, kritisiert die BDE-Präsidentin. Als Beispiel nennt sie die Deponierung unvorbehandelter Siedlungsabfälle, die zu einem erheblichen Ausstoß von klimawirksamem Methangas führe. Es sei unverständlich, dass dieser einfach zu erreichende Beitrag zum Klimaschutz selbst in benachbarten EU-Staaten nicht realisiert werde.
Angesichts drohender Kipppunkte im Klimawandel, bei deren Überschreitung erhebliche und unumkehrbare Veränderungen drohen, zähle jede CO2-Einsparung, betont Siegesmund. Insbesondere das Potenzial von Technologien zur Nutzung und Speicherung von CO2 sollte weiter erforscht werden, und die Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche Umsetzung sollten geschaffen werden, um künftig fossile Ressourcen zu ersetzen. „Um das Erreichen der Kippunkte zu vermeiden, müssen wir jetzt alle Instrumente nutzen. Das Thema Kreislaufwirtschaft und die damit verbundenen Klimaschutzpotenziale dürfen bei keiner Klimakonferenz mehr fehlen“, so die Verbandspräsidentin.




