Baugewerbe schlägt Alarm: Kreislaufwirtschaftsstrategie klare Absage an Wohnungsbau

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) kritisiert den Mitte Juni vorgestellten Entwurf der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) scharf und fordert eine grundlegende Überarbeitung. „In Zeiten größter Wohnungsnot erteilt das Bundesumweltministerium mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie dem Wohnungsneubau eine klare Absage“, äußerte sich ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa in der Verbändeanhörung. Dabei bemängelte er auch den weiterhin fehlenden Produktstatus für Ersatzbaustoffe.

Dass der Bestandserhalt laut NKWS-Entwurf Vorrang vor Wohnungsneubau haben soll, ist laut ZDB zwar ressourcentechnisch zielführend. „Aber ohne Neubau werden wir den riesigen Bedarf an Wohnraum nicht decken und auch die Klimaschutzziele nicht erreichen können“, so Pakleppa. Damit konterkariere das BMUV gleich zwei Mega-Herausforderungen, die die Ampel sich auf ihren Aufgabenzettel geschrieben habe. „Selbstverständlich unterstützen unsere mittelständischen Bauunternehmen jede Maßnahme, die die Kreislaufwirtschaft am Bau optimiert und Ressourcen schont. Diese müssen aber nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch sinnvoll und sozialverträglich sein.“

So sei die Priorisierung von Recycling-Material vor Primärbaustoffen zwar ein richtiger und vom Verband immer geforderter Schritt zur Förderung der Kreislaufwirtschaft. Es fehle aber noch an einer klaren Anerkennung von Ersatzbaustoffen als Produkte. Pakleppa: „Solange diese weiter als Abfall eingestuft werden, wird deren Akzeptanz als Baustoff fehlen. Ohne die Feststellung des Abfallendes als ersten Schritt führt die Strategie in der Praxis in eine Sackgasse.“

Zudem müsse auch die Verfügbarkeit der Baustoffe mitgedacht werden. „Wenn keine geeigneten Recycling-Materialien vor Ort zur Verfügung stehen, müssen weiter Primärstoffe verwendet werden können. Andernfalls müssen die Recycling-Materialien zu ökologisch und ökonomisch nicht vertretbaren Kosten anderenorts beschafft werden“, so Pakleppa.

Aus Sicht des ZDB fehlen der NKWS damit wichtige Voraussetzungen, damit die Kreislaufwirtschaft am Bau auch in der Praxis funktioniert. Hauptgeschäftsführer Pakleppa appellierte in der Anhörung daher an das Bundesbau- und das Wirtschaftsministerium, in der folgenden Ressortabstimmung auf eine grundlegende Überarbeitung der Kreislaufwirtschaftsstrategie zu drängen.

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