
Der ursprünglich für Ende Mai geplante und dann ausgesetzte Erörterungstermin für die geplante Batterierecycling-Anlage des südkoreanischen Unternehmens Sungeel in Gera wurde jetzt auf den 6. November festgelegt. Der erste Termin hatte aufgrund der hohen Zahl an Einwendungen gegen das Projekt verschoben werden müssen. Die Bürgerinitiative Gera-Cretzschwitz reagierte mit einem Offenen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt auf die Ankündigung des neuen Erörterungstermins durch das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz.
Die Initiative sieht unter anderem Umweltbelange im Genehmigungsverfahren nicht ausreichend berücksichtigt – so sei beispielsweise keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen. Zudem bestehe ein unkalkulierbares Risiko bei einem Brand von Batterien. Das Landesamt als Genehmigungsbehörde will bei dem Erörterungstermin die erhobenen Einwände diskutieren.
Nach Angaben des Landesamtes gingen bis zum Ablauf der Frist Anfang April knapp 7.800 Einwendungen gegen das Projekt im Gewerbestandort Gera-Cretzschwitz ein, darunter fast 6.200 Unterschriften. Diese seien zwischenzeitlich gesichtet und bewertet worden, hieß es. Die Erkenntnisse aus dem Erörterungstermin würden bei dem Genehmigungsverfahren für das Vorhaben berücksichtigt.
Sungeel will in dem Industriegebiet eine Recyclinganlage mit einer Jahreskapazität von 22.000 Tonnen Batterien und Produktionsabfällen errichten. Dafür soll das südkoreanische Unternehmen vom Land Thüringen mit rund neun Mio € gefördert werden. Die Investitionskosten für das Projekt liegen früheren Angaben zufolge bei über 70 Mio €. An dem Standort im Osten Thüringens sollen etwa 100 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Im Frühjahr 2023 hatte Sungeel in Thüringen den Antrag zum Bau einer Batterie Recyclinganlage in Rudolstadt zurückgezogen. Der Rückzug erfolgte nach monatelangen Protest von Umweltverbänden und der Bürgerinitiative „Lebenswerte Heimat rund ums Saaletal“ gegen den Anlagenbau.
Gegen eine weitere geplante Batterie-Recyclinganlage im thüringischen Artern regt sich ebenfalls Widerstand. Auch hier musste aufgrund einer Vielzahl von Einwänden und Bedenken der für September vorgesehene öffentliche Erörterungstermin verschoben werden. Die Batterie-Recyclinganlage im Industriegebiet Kyffhäuserhütte soll die zweite der finnischen Fortum-Gruppe in Deutschland werden. (dpa/eigener Bericht)



