Mit gezielten, aber freiwilligen Anstößen – sogenanntem „Nudging“ – lässt sich das Rückgabeverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei Altbatterien deutlich verbessern. Das zeigt eine aktuelle Studie von Professor Payam Akbar (Hochschule für Technik und Wirtschaft – HTW Berlin). Der Einsatz eines personalisierten Informationsflyers mit konkreten Rückgabemöglichkeiten in Wohnortnähe erhöhte die Rückgabequote um fast 90 Prozent gegenüber einer Kontrollgruppe.
Im Rahmen des Experiments unter Leitung von Professor Payam Akbar wurden mehr als 700 Personen in Deutschland befragt und anschließend in drei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe erhielt einen digitalen Standardflyer zur Batterierückgabe, eine weitere Gruppe denselben Flyer in einer personalisierten Variante mit Angaben zu den drei nächstgelegenen Rückgabestellen samt Adresse, Entfernung und geschätzter Anreisezeit. Eine Kontrollgruppe erhielt keinen Flyer. Zwei Wochen nach dem Versand wurde das Rückgabeverhalten erfasst.
Während in der Kontrollgruppe lediglich 19 Prozent und bei der Standardversion 23 Prozent der Teilnehmenden Batterien zurückgaben, lag die Rückgabequote bei der Nudge-Gruppe bei 38 Prozent. Der personalisierte Hinweis erwies sich damit als deutlich effektiver – und zwar ohne finanzielle Anreize oder Verpflichtungen.
Angesichts einer Rücknahmequote von lediglich 50,4 Prozent in Deutschland im Jahr 2023 könnte „Nudging“ eine relevante Ergänzung zu bestehenden Maßnahmen darstellen. Die neue EU-Batterieverordnung schreibt bis 2027 eine Steigerung auf 63 Prozent vor.
Im Sommer 2024 wurde der entwickelte Nudge im Rahmen eines Workshops mit Verbraucherinnen und Verbrauchern weiterentwickelt. Dabei sprachen sich die Teilnehmenden unter anderem dafür aus, den Umweltnutzen der richtigen Rückgabe stärker zu betonen. Eine weiterführende Untersuchung zur Anwendung des Nudging-Ansatzes in der Praxis ist für dieses Jahr geplant, berichtet Batterie-zurück, die gemeinsame Kommunikationsstelle der Batterierücknahmesysteme, weiter.




