Bakterien helfen bei Suche von Altmunition im Meer

Wissenschaftler haben es geschafft, mithilfe von Bakterien TNT aufzuspüren. So sei es etwa gelungen, in der Ostsee versenkte Weltkriegsmunition aufzuspüren, sagte Matthias Labrenz vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) letzte Woche bei einem Pressegespräch. „Nur auf der Basis von 25 unterschiedlichen Bakterien sind wir in der Lage, mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent TNT im Sediment vorherzusagen.“

Es gehe sogar noch einen Schritt weiter. Die Mikroorganismen hätten auch TNT, das als Sprengstoff in Munition vorkommt, dort angezeigt, wo kein TNT, sondern nur Abbauprodukte vorhanden gewesen seien. „Das heißt, die mikrobielle Gemeinschaft hat sich erinnert an das, was vorher da war, und das ist der Mehrwert“, sagte Labrenz.

Mikroorganismen werden auch im Rahmen eines europaweiten Forschungsprojektes untersucht, das Küsten von Norwegen bis Griechenland einheitlich erforscht. Das Team des vom Institut für Ostseeforschung unterstützten Projekts TREC (Traversing European Coastlines) entnimmt standardisiert Proben an 120 Stellen in 22 Ländern.

Nach dem Start in diesem Frühjahr in Frankreich haben sich die Forscher mittlerweile über Belgien, die Niederlande, die deutsche und dänische Nordseeküste bis nach Rostock vorgearbeitet, bevor es weiter in das Baltikum geht. Ziel ist es, Wechselwirkungen von Land und Meer und auch den menschlichen Einfluss auf die Ökosysteme besser zu erkennen.

Nach Meinung von Labrenz hätten kontinuierliche Untersuchungen von Mikroorganismen etwa auch in der Oder dazu beitragen können, dass sich anbahnende Massensterben von Fischen früher zu erkennen. (dpa)

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