
Dirk Roßmann baut seinen Einfluss beim Kupferhersteller und Multimetallrecycler Aurubis aus. Seit Mitte April hat die Rossmann Beteiligungs GmbH ihren Aktienanteil an der Aurubis AG von rund 15,6 Prozent auf zuletzt 23,3 Prozent aufgestockt. Damit trennen den Drogerieunternehmer nur noch wenige Prozentpunkte von einer Sperrminorität beim Hamburger Konzern, die ab mehr als 25 Prozent greift und es Roßmann ermöglichen würde, qualifizierte Beschlüsse der Hauptversammlung zu blockieren.
Laut Stimmrechtsmitteilung vom Mittwoch ist die Rossmann Beteiligungs GmbH mit 15,03 Prozent direkt an Aurubis beteiligt. Weitere 8,25 Prozent laufen über Finanzinstrumente wie Call- und Put-Optionsscheine und ein Knock-Out-Zertifikat. Damit ist die Roßmann-Familie zweitgrößter Aurubis-Aktionär hinter dem Stahlhersteller Salzgitter AG, dessen Beteiligung der Hamburger Konzern mit 25,5 Prozent angibt.
Bereits im vergangenen November war die Rossmann Beteiligungs GmbH zeitweise mit über 22 Prozent an Aurubis beteiligt, anschließend sank der Anteil bis Ende März aber wieder unter 15 Prozent. In früheren Mitteilungen hatte Dirk Roßmann stets betont, dass seine Investition in den Kupferproduzenten und -recycler einzig der Erzielung von Handelsgewinnen diene und er keine strategischen Ziele oder eine Einflussnahme auf die Besetzung des Aurubis-Vorstands und -Aufsichtsrats anstrebe.
Befeuert durch die Kursrally an den Metallbörsen – der LME-Kupferpreis stieg Mitte dieser Woche auf ein Allzeithoch – legte auch die Aurubis-Aktie in den letzten Wochen stark zu. Gestern erreichte die Börsennotierung im Xetra-Handel mit 212 € einen historischen Höchststand. Die Marktkapitalisierung betrug damit rund 9,5 Mrd. €.
Im Geschäftsjahr 2024/25 (1.10.-30.9.) erwirtschaftete die Aurubis AG bei Umsätzen von 18,2 Mrd. € ein operatives Vorsteuerergebnis (EBT) von 355 Mio. €. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet die Konzernführung mit einem Ergebnisanstieg auf 425 bis 525 Mio. €.



