Altpapieraufkommen erneut gesunken

Altpapierverbrauch nach Plus im Jahr 2024 aktuell wieder rückläufig

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr insgesamt 12,4 Mio Tonnen Altpapier gesammelt. Damit ist das Altpapieraufkommen erneut gefallen. Gegenüber 2023 beläuft sich der Rückgang auf etwa 180.000 Tonnen, wie aus aktuellen Zahlen des Verbands „Die Papierindustrie“ weiter hervorgeht. Damit setzt sich der bereits seit Jahren vorherrschende Trend geringerer Sammelmengen fort. Im Vergleich zu 2015 wurden bundesweit im letzten Jahr fast drei Mio Tonnen Altpapier weniger erfasst.

Der im letzten Jahr erneut gesunkenen Altpapiermenge steht jedoch eine verbesserte Produktion der deutschen Papierindustrie gegenüber. Die durchschnittliche Auslastung der Werke stieg nach Verbandsangaben im vergangenen Jahr um mehr als vier Prozentpunkte auf über 84 Prozent an. Bei der Gesamtproduktionsmenge von Papier, Karton und Pappe wurde ein Plus von drei Prozent auf 19,2 Mio Tonnen verzeichnet, der rechnerische Verbrauch der Produkte nahm 2024 sogar um mehr als vier Prozent auf knapp 15,9 Mio Tonnen zu. Das führte dazu, dass die Altpapier-Rücklaufquote wieder gesunken ist. Die Quote setzt das Altpapieraufkommen ins Verhältnis zum Papierverbrauch. Aufgrund der gegenläufigen Entwicklung dieser beiden Größen ging der Wert um fünf Prozentpunkte auf 78 Prozent zurück.

Altpapierverbrauch nach Plus im Jahr 2024 aktuell wieder rückläufig

Der Altpapierverbrauch in den Papierwerken stieg im letzten Jahr wie bereits berichtet um fast vier Prozent auf 16,1 Mio Tonnen an. Die Altpapiereinsatzquote erhöhte sich damit leicht auf 84 Prozent. Mit 107 bzw. 106 Prozent weisen hier weiterhin Wellpappenpapiere und Zeitungsdruckpapier die höchsten Werte auf. Die Quote bei Zeitungsdruckpapier fiel 2024 jedoch etwas geringer aus als im Jahr davor. Die niedrigste Altpapiereinsatzquote weist der Verband mit 39 Prozent für Hygienepapier aus – ein minimaler Rückgang gegenüber 2023. Bei den sonstigen grafischen Papieren inklusive Naturzeitschriften konnte der Wert im letzten Jahr hingegen um neun Prozentpunkte auf 47 Prozent gesteigert werden.

Beim Altpapierverbrauch dominierten weiterhin Kaufhausaltpapier und alte Wellpappe. Auf die Sorten 1.04 und 1.05 entfiel mit mehr als 7,5 Mio Tonnen fast die Hälfte des Gesamtverbrauchs. Während von diesen beiden Sorten im letzten Jahr acht Prozent mehr in der Produktion eingesetzt wurden, ging der Verbrauch von Mischpapier und Deinkingware um jeweils rund zwei Prozent auf etwas mehr als 2,7 Mio bzw. 1,5 Mio Tonnen zurück. Von den krafthaltigen Sorten wurden 2024 mit knapp 1,8 Mio Tonnen zwei Prozent mehr in der Papierproduktion eingesetzt. Bei den mittleren Sorten belief sich der Zuwachs im Verbrauch auf drei Prozent und eine Menge von fast 800.000 Tonnen, von den besseren Sorten wurden mit mehr als 700.000 Tonnen sogar 14 Prozent mehr eingesetzt. Lediglich bei den Sondersorten ging der Verbrauch mit rund 200.000 Tonnen deutlich um fast ein Viertel zurück.

Im bisherigen Jahresverlauf haben die deutschen Papierfabriken insgesamt wieder weniger Altpapier eingesetzt. Laut aktuellen Zahlen des Verbands belief sich der Altpapierverbrauch von Januar bis Mai auf etwas mehr als 6,7 Mio Tonnen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahrs hatte die Papierindustrie in Deutschland noch fast 6,9 Mio Tonnen Altpapier verbraucht.

Verwertungsquote grafischer Altpapiere bei über 88 Prozent

Bei der Rücknahme und Verwertung grafischer Papiere hat die Industrie ihre Selbstverpflichtung auch im vergangenen Jahr wieder erfüllt. Laut der Arbeitsgemeinschaft Grafische Papiere (Agrapa) lag die Verwertungsquote hier für 2024 bei über 88 Prozent. In der gegenüber dem Bundesumweltministerium abgegebenen Selbstverpflichtung sichert die Industrie eine Quote von mindestens 80 Prozent zu.

Die Quote setzt die Menge stofflich verwerteter grafischer Altpapiere ins Verhältnis zum rechnerischen Verbrauch grafischer Papiere. Angaben zur konkreten Menge verwerteter Altpapiere machte die Agrapa jedoch nicht.

In der 2023 erneuerten Selbstverpflichtung sicherten die insgesamt zehn Trägerverbände außerdem einen schrittweisen Ausstieg aus mineralölhaltigen Druckfarben für Zeitungen zu. Bis zum Jahr 2028 soll der Komplettausstieg aus der Nutzung von Zeitungsdruckfarben mit Mineralöl vollzogen sein. Und bereits in diesem Jahr soll die Menge von Mineralöl aus Zeitungsdruckfarben, die potenziell in den Altpapierkreislauf gelangen, gegenüber dem Referenzjahr 2020 halbiert werden. Hierfür seien weiterhin Anstrengungen notwendig, heißt es in der aktuellen Mitteilung der Agrapa. 

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