Alba SE erwartet deutlich schwächeres zweites Halbjahr

Der Stahl- und Metallrecycler Alba SE rechnet für 2022 mit einer sehr unterschiedlichen Geschäftsentwicklung in der ersten und der zweiten Jahreshälfte. Das erste Halbjahr, wofür dem Unternehmen bereits vorläufige Zahlen vorliegen, gestaltete sich den Angaben zufolge durchweg positiv. Das zweite Halbjahr werde dagegen deutlich schwächer ausfallen, informierte die börsennotierte Tochter der Berliner Alba Group gestern in einer Ad-hoc-Mitteilung.

Wie es heißt, profitierte die Alba SE sowie ihre Tochterunternehmen in der ersten Jahreshälfte von der hohen Nachfrage nach Stahlschrotten und Nichteisen-Metallen. Auf Basis der vorläufigen Zahlen rechnet der Verwaltungsrat mit einem konsolidierten Halbjahres-Ebit von etwa 7,9 Mio €. Das wären 2,6 Mio € mehr als im Vorjahreszeitraum. Den Halbjahresfinanzbericht mit den endgültigen Zahlen will das Unternehmen wie geplant am 12. August veröffentlichen.

Für die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres geht der Kölner Schrottrecycler von einem komplexen wirtschaftlichen Umfeld aus. Aufgrund der Folgen des Krieges in der Ukraine, den erheblich gestiegenen Energiekosten und einem dadurch angepassten Kundenverhalten rechnet das Unternehmen mit einem „deutlich schwächeren zweiten Halbjahr“.

Insgesamt erwartet der Verwaltungsrat der Alba SE für das gesamte Geschäftsjahr 2022 ein konsolidiertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen neun und elf Mio €. Damit bewegt sich das Unternehmen weiter im Rahmen seiner Ursprungsprognose vom Frühjahr. Im Vergleich zum Vorjahr, als die Alba SE ein konsolidiertes Ebit von 13,4 Mio € erwirtschaftet hatte, ergäbe sich aber einen Ergebnisrückgang um bis zu ein Drittel. Grund hierfür seien vorübergehend steigende Ausgaben für Instandhaltungen. Ab dem kommenden Jahr erwartet Alba dann wieder einen kontinuierlichen Anstieg des Ebit auf 15 Mio € bis zum Ende des Jahres 2024.

Dass die Alba SE dann noch Teil der Alba-Gruppe ist, ist unwahrscheinlich. Wie berichtet, hat Eric Schweitzer im März einen Verkaufsprozess für den von ihm verantworteten Alba-Geschäftsbereich angestoßen. Gesucht wird ein strategischer Investor, der die Alba SE mehrheitlich oder vollständig übernimmt. Begründet wird der geplante Verkauf mit dem vom Klimaschutz getriebenen Strukturwandel in der Stahlindustrie.

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