Alba erwartet erst fallendes, dann steigendes Ebit

Der Verwaltungsrat der Alba SE hat den vor einem Monat angekündigten Investorenprozess zum anteiligen oder vollständigen Verkauf der Gesellschaftsanteile an dem Kölner Stahl- und Metallrecycler gestartet. In diesem Kontext hat das Unternehmen gestern eine Geschäftsprognose für die kommenden drei Jahre abgegeben. Für das laufende Jahr wird demnach zunächst mit einem Ergebnisrückgang gerechnet. Ab 2023 soll das Ebit dann aber wieder kontinuierlich steigen.

Nach zwei Jahren mit einem negativen Ebit im niedrigen einstelligen Millionenbereich war Alba im letzten Jahr die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen. Demnach hat Alba 2021 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 13,4 Mio € erwirtschaftet, womit der prognostizierte Ergebniskorridor von elf bis 13 Mio € leicht übertroffen wurde. Für 2022 sagt die Unternehmensführung nun wieder einen vorübergehenden Rückgang von Ebit und Konzernjahresüberschuss voraus. Gerechnet wird mit einem Ebit zwischen neun und elf Mio €. Grund hierfür seien vorübergehend steigende Ausgaben für Instandhaltungen, erläutert Alba in einer Pressemitteilung.

Ebit soll bis Ende 2024 auf rund 15 Mio € steigen

Ab dem kommenden Jahr erwartet Alba dann wieder einen kontinuierlichen Anstieg des Ebit auf 15 Mio € bis zum Ende des Jahres 2024. So wird sich nach Ansicht des Verwaltungsrats die positive Geschäftsentwicklung aus dem letzten Jahr fortsetzen. Demnach rechnet das Unternehmen mit leicht steigenden Mengen der verarbeiteten Eisen- und Nichteisen-Metalle sowie einem im wesentlichen unveränderten Preisniveau auf dem Durchschnitt des letzten Jahres. Dem erwarteten leichten Anstieg bei den Umsätzen und Margen stehe aber auch eine ebenfalls leichte Zunahme beim Personalaufwand gegenüber.

Deutlich sinkender Aktienkurs erwartet

Auf deutlich sinkende Börsenkurse müssen sich zudem die Eigentümer der wenigen frei gehandelten Alba-Aktien einstellen. Nachdem der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Alba Europe Holding Ende 2021 gekündigt worden ist, wird im Juni 2022 letztmals die feste Ausgleichszahlung von 4,17 € netto gezahlt. Laut Alba hatte diese Garantiedividende bisher einen wesentlichen Einfluss auf den relativ hohen Börsenkurs von aktuell 50 € je Aktie. Künftig sei mit einem deutlich niedrigeren Kursniveau zu rechnen. Der Verwaltungsrat strebe derzeit eine Dividendenpolitik an, die sich eng an der Gewinnentwicklung orientiere.

Aktuell hält die Alba Europe Holding rund 93 Prozent an der Alba SE. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Berliner Alba Group, deren Eigentümer die Brüder Axel und Eric Schweitzer sind. Mitte letzten Jahres haben die Schweitzer-Brüder beschlossen, die Unternehmensgruppe aufzuteilen und die Eigentumsverhältnisse an den einzelnen Sparten neu zu ordnen. Im Zuge dieser Umstrukturierung gehen – grob gesagt – das klassische Entsorgungsgeschäft und die Schrottrecyclingaktivitäten an Eric Schweitzer, während sein Bruder Axel das Asiengeschäft und die Aktivitäten im Kunststoffrecycling übernimmt.

Eric Schweitzer strebt nun, wie berichtet, einen Verkauf von Anteilen an der Alba SE an. Als Grund verweist er auf den in den kommenden Jahren bevorstehenden erheblichen Strukturwandel in der Stahlindustrie und im Metallrecycling. Um Albas Stahl- und Metallgeschäft zukunftsfähig auszurichten, prüfe der Konzern daher die Hereinnahme eines strategischen Investors. Die Überlegungen reichen von einer Mehrheitsbeteiligung bis zum vollständigen Verkauf.

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