Eine aktuelle Marktstudie zur Verfügbarkeit von Kunststoffrezyklaten zeigt dramatische Versorgungslücken für recycelte Kunststoffe in Deutschland und Europa. Trotz ambitionierter Recyclingziele und verschärfter EU-Vorgaben wird die Nachfrage nach Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) im Jahr 2030 deutlich über dem Angebot liegen – mit gravierenden Folgen für Wirtschaft und Umwelt. Ohne signifikante Zusatzinvestitionen in mechanisches und chemisches Recycling entstehe in Deutschland und in Europa eine Versorgungslücke von knapp 30 Prozent, geht aus der Studie der BKV GmbH, durchgeführt von den Marktforschern der Conversio Market & Strategy GmbH, hervor.
„Die bisherigen Investitionen in den Ausbau von Sortier- und Recyclinginfrastruktur reichen bei Weitem nicht. Wir müssen aus dem bisherigen Silo-Denken ausbrechen und die Herausforderungen sektorübergreifend angehen. Alle Stellschrauben müssen auf das Ziel der Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden“, fordert Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA.
„Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wird bei Kunststoffrezyklaten in den nächsten Jahren immer größer und stellt die Industrie vor ein fundamentales Problem“, erläutert Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Kunststoff verarbeitenden Industrie (GKV). „Denn ohne geeignete Kunststoffrezyklate lassen sich die gesetzlichen Quoten, z.B. bei Verpackungen oder Automobilen nicht erfüllen“, so Möllenstädt.
„Wenn wir die Geschwindigkeit beim Ausbau des Rezyklatangebots in Deutschland von derzeit 3,5 Prozent pro Jahr bis 2030 nicht verdoppeln, steuern wir auf eine Rezyklat-Lücke von knapp einer Mio Tonnen zu. EU-weit beträgt die Lücke 3,5 Mio Tonnen“, erläutert Alexander Kronimus, stellvertretender Hauptgeschäftsführer bei Plastics Europe Deutschland und weist darauf hin, dass Qualitätsanforderungen an die Rezyklate, z.B. im Lebensmittelkontakt, die Lücke noch vergrößern....




