Mit der feierlichen Inbetriebnahme einer neuen Anlage zur Rückgewinnung von Lithium aus Altbatterien hat die Accurec Recycling GmbH ihre Ausbaupläne einen weiteren Schritt vorangebracht. Am Standort Krefeld zielt das Unternehmen auf das Recycling von Lithiumcarbonat und Nickel-Kobalt-Produkten im industriellen Maßstab ab. Vorgesehen ist eine Erhöhung der jährlichen Verarbeitungskapazität von bisher rund 4.000 auf künftig 20.000 Tonnen Inputmaterial. Am Montag ging die hydrometallurgische Linie im Beisein von EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall symbolisch ans Netz. In ihrer Eröffnungsrede sprach Roswall von einem strategischen Projekt für die europäische Rohstoffpolitik, dessen Unterstützung für die Kommission und für sie persönlich von „entscheidender Bedeutung“ sei.
„Im vergangenen Jahr ist die weltweite Nachfrage nach Lithium um 30 Prozent gestiegen“, so die Kommissarin. „Anlagen wie die von Accurec werden der EU dabei helfen, den wachsenden Bedarf zu decken und gleichzeitig eine wettbewerbsfähige und widerstandsfähige Wirtschaft aufzubauen.“ Dass ein mittelständisches Unternehmen hier einen „großen Schritt“ mache und mit seinem Verfahren an der Spitze europäischer Recyclingbemühungen stehe, freue sie besonders.
Auch aus dem Bundesumweltministerium kam Zuspruch: Antje von Broock, Leiterin der Abteilung „Kreislaufwirtschaft, Immissionsschutz und Chemikaliensicherheit“, bezeichnete Accurecs Lösung, wichtige Batteriematerialien in Europa zu halten, als wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie. „Das ist Kreislaufwirtschaft, wie wir sie sehen wollen.“
Accurec-Geschäftsführer Reiner Sojka stellte bei der Eröffnungsfeier die firmeneigene Technologie im Kontext konventioneller Prozessketten vor. Bisher ende das Batterierecycling in Europa üblicherweise bei der Herstellung von sogenannter Schwarzmasse – einem Gemisch aus Metallen, Oxiden und Verunreinigungen. Aus Mangel an lokalen Anlagen zur weiteren Aufbereitung wird diese Zwischenfraktion überwiegend nach Asien exportiert. Dort erfolgt die eigentliche, metallurgisch anspruchsvolle Heraustrennung der kritischen Rohstoffe wie Lithium. Genau an diesem systemischen Engpass setze die Technologie von Accurec an: „Was wäre, wenn wir Lithium nicht am Ende, sondern am Anfang zurückgewinnen?“, erläuterte Sojka das Prinzip seiner Prozesslogik.
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