Abfalltransporte per Schiff 2024 um elf Prozent gestiegen

In Deutschland wurden im letzten Jahr deutlich mehr Abfälle und Sekundärrohstoffe per Schiff transportiert. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes erhöhte sich die auf deutschen Binnengewässern beförderte Abfallmenge 2024 gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf 11,1 Mio Tonnen. Es ist der höchste Stand seit 2020, nachdem die Beförderungsmenge zwischenzeitlich im Jahr 2022 einen langjährigen Tiefpunkt markiert hatte.

Eine Erklärung für den zuletzt wieder stärker steigenden Schiffstransport von Abfällen liefert das Statistikamt nicht. Nach einer Reihe trockener Jahre waren 2023 und 2024 allerdings vergleichsweise niederschlagsreich. Entsprechend waren die deutschen Flüsse seltener von Niedrigwasser betroffen und die Binnenschifffahrt – mit Ausnahme des Schleusenschadens in der Mosel am Jahresende – kaum eingeschränkt.

Von der Gesamtmenge der 2024 mit Schiffen durch Deutschland transportierten Abfälle und Sekundärrohstoffe entfiel mit 5,5 Mio Tonnen der größte Anteil auf den innerdeutschen Verkehr, also auf Abfalllieferungen, bei denen sowohl Ein- als auch Ausladehafen in Deutschland liegen. Im Vorjahresvergleich hat sich dieser Binnenverkehr um 623.000 Tonnen erhöht.

Noch deutlicher stiegen die aus dem Ausland über den Wasserweg importierten Abfälle. Eine Gesamteinfuhrmenge von 1,9 Mio Tonnen bedeutet im Vergleich zu 2023 ein Plus von 635.000 Tonnen. Knapp zwei Drittel hiervon – 1,26 Mio Tonnen – kamen aus den Niederlanden. Weitere wichtige Handelspartner sitzen in Polen (215.000 t), Belgien (190.000 t) und Frankreich (132.000 t).

Demgegenüber ist die ins Ausland per Schiff exportierte Abfallmenge 2024 um sieben Prozent bzw. 270.000 Tonnen auf 3,4 Mio Tonnen gesunken. Auch hier sind die Niederlande der wichtigste Handelspartner, wohin insgesamt 1,77 Mio Tonnen Abfälle und Sekundärrohstoffe auf Frachtschiffen ausgeführt wurden. Weitere 1,10 Mio Tonnen wurden auf dem Wasserweg nach Belgien verbracht, nach Frankreich wurden 279.000 Tonnen geliefert und nach Luxemburg 146.000 Tonnen.

Der Durchgangsverkehr, bei dem sich sowohl der Ein- als auch der Ausladehafen im Ausland befinden, summierte sich 2024 laut Destatis auf 280.000 Tonnen nach 170.000 Tonnen im Jahr zuvor.

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