Wertstofftonne: Stadt Karlsruhe verhandelt weiter mit den dualen Systemen

Wie geht es bei der Wertstofferfassung in Karlsruhe weiter? Seit längerem verhandeln die dualen Systeme mit der Stadt über die Möglichkeiten einer Weiterführung. Eine Entscheidung könnte im Herbst fallen. Die im letzten Sommer beschlossene Interimsvereinbarung für 2022 muss laut Bericht der Verwaltung um ein Jahr verlängert werden. Demnach sind die Systeme für 43,84 Prozent Massenanteil der Wertstofftonne verantwortlich und zahlen dafür in diesem Jahr 158,50 € pro Tonne. Die Wertstoffmengen werden in der Regel in der Sortieranlage von Alba im Karlsruher Rheinhafen verarbeitet.

Im vorigen Sommer hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die Wertstofftonne in Karlsruhe ab 2023 durch die gelbe Tonne der dualen Systeme zu ersetzen. Zuvor hatten Systembetreiber mit Verweis auf die hohe Fehlwurfquote die Weiterführung der Wertstofftonne zunächst abgelehnt und die Einführung einer gelben Tonne in Aussicht gestellt.

In Gesprächen mit der Kommune in den vergangenen Monaten zeigten sich die Systembetreiber grundsätzlich bereit, weiter über eine gemischte Wertstoffsammlung für Verpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen zu verhandeln. Allerdings müsste sich die Stadt in einem Umfang von bis zu 49,5 Prozent an den Kosten für eine Wertstofftonne beteiligen, was bei der gelben Tonne nicht der Fall wäre. Bei einer Übernahme der Kosten bzw. der Abfallmenge von 49,5 Prozent des Inhalts der Wertstofftonne lägen die zusätzlichen städtischen Kosten im Vergleich zur Gelben Tonne nach aktuellen Schätzungen zwischen 4,2 Mio € und 4,4 Mio € pro Jahr.

Laut Stadt wurde zunächst eine von beiden Seiten gemeinsam finanzierte Sortieranalyse beschlossen, um den Inhalt der heutigen Wertstofftonne zu bestimmen. Dabei geht es insbesondere um die Zurechnung der aktuellen Fehlwurfanteile an Systeme und Kommune. Die letzte Sortieranalyse in Karlsruhe stammt aus dem Jahr 2016 und erbrachte hohe Fehlwurfanteile von 53 Prozent.

Karlsruhes Verwaltung sieht die Verständigung auf die gemeinsame Sortieranalyse als „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“, der eine realistische Kostenschätzung als Basis für eine eventuelle Fortführung der Wertstofftonne bringe. Die Stadt hofft auf bessere Konditionen als die bisher von den Systembetreibern angebotenen 49,5 Prozent Kostenbeteiligung.

„Stadt und duale Systeme streben an, auf Grundlage der Ergebnisse der Sortieranalyse bis Ende 2022 eine gemeinsame Abstimmungsvereinbarung abzuschließen“, sagte Olaf Backhaus, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft, vor Wochen. Eine Entscheidung über den Inhalt dieser Vereinbarung und die Fortführung einer gemischten Wertstofftonne oder alternativ einer Gelben Tonne soll der Gemeinderat im Spätjahr treffen, sobald belastbare Aussagen zu den Kosten der gemischten Wertstofftonne möglich sind. Bei sinkender Fehlwurfquote in der Wertstofftonne könnte sich der von der Stadt zu tragende Kostenanteil perspektivisch reduzieren.

Nach Beschlussfassung des Gemeinderates Ende 2022 könnten die dualen Systeme den Sammelauftrag im Frühjahr 2023 ausschreiben. Damit wäre eine Systemumstellung zum 1. Januar 2024 möglich, die Verantwortung für die Sammlung würde dann von der Stadt zu den Systembetreibern wechseln.

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