Die Umweltministerkonferenz (UMK) drängt die Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag vorgesehene Einrichtung eines Bundeskompetenzzentrums für die industrielle Bergung von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee schnellstmöglich umzusetzen. Das geht aus dem Ergebnisprotokoll der 104. UMK hervor, die Mitte Mai im saarländischen Orscholz stattgefunden hat. Darin betonen die Umweltministerinnen, -minister und -senatorinnen der Länder die Bedeutung dieser Maßnahme für den Meeresschutz und fordern die Vorlage eines umfassenden Konzeptes. Dieses soll neben Struktur und Aufgaben auch die fachübergreifende Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden sowie die personelle und finanzielle Ausstattung beschreiben.
In der Ostsee lagern schätzungsweise 300.000 Tonnen Altmunition
Hintergrund ist die Dringlichkeit der Aufgabe: Schätzungsweise 300.000 Tonnen Altmunition lagern allein in der Ostsee und stellen eine zunehmende Gefahr für Umwelt, Fischerei, Tourismus und Schifffahrt dar. Durch steigende Meerestemperaturen und eine erhöhte Nährstoffbelastung beschleunigt sich die Korrosion der Kampfmittel, wodurch sich das Risiko der Freisetzung toxischer Substanzen erhöht. Die UMK begrüßt, dass die Bundesregierung im Koalitionsvertrag beim Schutz der Meeresumwelt den Schutz vor Verschmutzung, den Erhalt der Biodiversität und die Beseitigung von Munitionsaltlasten als Schwerpunkt definiert hat. Sie würdigt zugleich die bisherigen Initiativen von Bund und Küstenländern und fordert, auf dieser Grundlage zügig weiterzuarbeiten.
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