
Das Förderprogramm zur Reparatur defekter Geräte wird in Thüringen weiterhin gut angenommen. Seit dem Start im Jahr 2021 wurden bereits rund 30.000 Anträge für den Reparaturbonus bewilligt. Laut Zahlen des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) belief sich die Gesamtfördersumme auf 2,3 Mio €. Der Gesamtumsatz der Reparaturen in Verbindung mit dem Bonus lag bei 5,5 Mio €.
Mit Hilfe des Programms konnten insgesamt 390 Tonnen E-Schrott vermieden und knapp 3.000 Tonnen CO2 vermieden werden. Die Reparaturen wurden zur Hälfte von Fachhändlern durchgeführt, zu einem Viertel von Werkstätten, manchmal auch in Repair-Cafés. Über ein Drittel der Nutzerinnen und Nutzer hätten nach eigenen Angaben die Reparaturen ohne Bonus nicht durchgeführt, heißt es in einer Mitteilung des Umweltministeriums in Erfurt weiter.
Erik Poppe, der die Studie zum Reparaturbonus beim Fraunhofer IZM geleitet hat, zieht insgesamt eine positive Bilanz. „Mit der Förderung von Reparaturen kann regional und sehr kurzfristig etwas zur Umweltentlastung getan werden. Gleichzeitig sehen wir eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit bei der Bevölkerung und den Reparaturbetrieben.“
Auch Thüringens Umweltminister Bernhard Stengele zeigt sich erfreut über die Ergebnisse. „Wenn wir in der EU endlich mehr Recht auf Reparatur bekommen und in Thüringen das Tüfteln und Reparieren belohnen, sind wir auf einem guten Weg. Die Zahlen des Fraunhofer-Instituts bestärken uns dabei. Die Thüringerinnen und Thüringer schonen neben dem Geldbeutel ja vor allem die Umwelt. Die allermeisten wollen runter vom Müllberg – und rein in umweltfreundliche Produktkreisläufe. Gleichzeitig beleben wir so die vielen Reparaturwerkstätten in Thüringen“, so der Grünen-Politiker.
Bei der Neuauflage des Programms, die am 15. Mai starten soll, werden Repair-Cafès besonders gefördert. Wer eine solche Einrichtung besucht, erhalte 100 Prozent der Kosten für das verbaute Ersatzteil erstattet, heißt es. Ansonsten werden weiterhin 50 Prozent der Reparaturkosten erstattet. Pro Kopf und Jahr ist die Förderung allerdings auf 100 € gedeckelt. Für den „Reparaturbonus Thüringen 4.0“ stellt der Freistaat in diesem Jahr weitere 500.000 € zur Verfügung.
Das Beispiel Thüringens bei der Förderung von Gerätereparaturen hat mittlerweile schon einige Nachahmer gefunden. So wird auch im benachbarten Sachsen seit letztem Jahr ein Reparaturbonus gewährt. Hier ist die Resonanz in der Bevölkerung ebenfalls groß. Das Gleiche gilt für Österreich. In der Alpenrepublik wurden bei dem im April 2022 gestarteten Programm bis August letzten Jahres schon über 700.000 Reparaturbons eingereicht.



