Thüringen fördert Projekt zum Recycling von Kunststoffpulver

Für die Erprobung eines neuartigen Verfahrens zum Recycling von Kunststoffpulver erhält die Lean Plastic Technologies GmbH mit Sitz in Ilmenau bis 2027 rund eine halbe Mio. € Fördermittel vom Land Thüringen. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von gut acht Mio. €. Das Förderprogramm „GreenInvest Ress“ des Thüringer Umweltministeriums unterstützt seit März 2023 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei mehr Ressourcenschonung und -effizienz.

Im 3D-Druck fallen bei der Herstellung komplexer Bauteile aus Kunststoff, etwa im Maschinenbau, in der Medizintechnik und Automobilindustrie, jährlich mehrere hundert Tonnen nicht direkt weiter nutzbares Kunststoffpulver an. Dieses soll jetzt in der Ilmenauer Firma wiederaufbereitet und direkt als Ausgangspulver für neue Produkte genutzt werden können.

„Bisher muss dieses Pulver thermisch verwertet oder als Mikroplastikabfall entsorgt werden. Das ist schlecht für die Umwelt und ein Verlust wertvoller Rohstoffe. Eine solche Anlage, die als Vorbild für andere Unternehmen dienen kann, leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourceneffizienz und Abfallvermeidung und damit zum Umweltschutz“, betonte Landesumweltminister Tilo Kummer (BSW).

Im innovativen Recyclingverfahren wird das Altpulver geschmolzen und erneut zu Pulver verarbeitet. Dabei können wichtige Eigenschaften wie Fließ- oder Rieselfähigkeit teilweise auf ein höheres Niveau als bei neu hergestelltem Material eingestellt werden, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. So können jährlich bis zu 300 Tonnen Recyclingpulver wiedergenutzt werden – eine perspektivische Kostenersparnis für Unternehmen und zugleich eine deutliche Verbesserung der Umweltbilanz des erdölbasierten und energieintensiv hergestellten Kunststoffs.

Durch das Verfahren sinkt darüber hinaus der Energieverbrauch im Vergleich zu bisherigen Verfahren um 40 Prozent. Insgesamt könnten in diesem Fall so jährlich mehrere tausend Tonnen CO2 eingespart werden. Das Demonstrationsvorhaben wird bis Mitte 2027 gefördert. Im Rahmen der Förderrichtlinie wird die Anlage als Technologiedemonstrator öffentlich präsentiert. Geplant sind unter anderem Workshops mit Industriepartnern und Fachvorträge auf Konferenzen.

Das Thüringer Förderprogramm „GreenInvest Ress“ bietet Unternehmen die Möglichkeit, eine Ausgangs- und Umsetzungsberatung in Anspruch zu nehmen, die Ressourceneinsparpotenziale in Produktionsprozessen identifiziert und so Investitionen vorbereitet. Unternehmen können sich außerdem Investitionen zur Verbesserung der Ressourcenschonung und Steigerung der Ressourceneffizienz fördern lassen, um Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Zudem ist die Förderung von modellhaften Vorhaben zum schonenden und effizienten Einsatz von Materialien und Ressourcen, wie die Erprobung neuer Technologien möglich. In allen drei Bereichen sind bis zu 60 Prozent der Kosten förderfähig. Eine Antragstellung ist über das Portal der Thüringer Aufbaubank möglich.


 

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