Der Gesamtverband Textil+Mode hat sein im Oktober vorgelegtes Konzept zur nationalen Ausgestaltung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien um eine Forderung zur künftigen Systemarchitektur ergänzt: Demnach lehnt er eine mögliche Ansiedlung von behördlichen bzw. behördennahen Aufgaben bei vorhandenen Einrichtungen wie der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) oder der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) ausdrücklich ab. Stattdessen unterstreicht der Branchenverband, dass – analog zu anderen Produktbereichen – eine von der eigenen Industrie getragene Organisation erforderlich sei.
Hintergrund sind Rücknahme- und Finanzierungspflichten der Textilhersteller für ihre Produkte am Nutzungsende, die aus der novellierten EU-Abfallrahmenrichtlinie hervorgehen und bis 2028 umgesetzt werden müssen. Damit verbunden sind unter anderem die verpflichtende Registrierung der Produzenten sowie Zulassungsverfahren für die von ihnen beauftragten sogenannten Producer Responsibility Organisations (PRO). Daraus resultiert wiederum die Frage, welche Behörden oder behördlich beliehenen Institutionen entsprechende Aufsichts- und Prüffunktionen sowie weitere Tätigkeiten in dem Zusammenhang übernehmen sollen. Vereinzelt habe es laut Textil+Mode den Vorschlag gegeben, hier auf „bestehende Strukturen“ zurückzugreifen, um den Einführungsaufwand zu begrenzen und eine reibungslosere Aufgabenerfüllung zu erreichen.
Dem widerspricht der Industrieverband: Weder EAR noch ZSVR verfügten bislang über einschlägiges Knowhow oder Ressourcen im Bereich der Textilrücknahme, sodass die dafür notwendigen Kapazitäten vollständig neu aufgebaut werden müssten. Von nennenswerten Synergien könne daher in einem solchen Szenario kaum die Rede sein....




