
Der Stuttgarter Gemeinderat hat die Kreislaufwirtschaftsstrategie nun auch im Verwaltungsausschuss einstimmig beschlossen. Zuvor hatte auch schon der Ausschuss für Klima und Umwelt der Strategie zugestimmt. Den Kern dieser bilden 25 konkrete Maßnahmen, die in den kommenden Jahren Stadtverwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft umsetzen sollen, teilte die Landeshauptstadt mit.
Die Maßnahmen der kommunalen Kreislaufwirtschaftsstrategie betreffen insgesamt fünf zentrale Themenfelder: Zirkulärer Bau und Gebäude, zirkuläres Unternehmertum, zudem Mehrweg, Reparatur und Sharing Economy sowie Secondhand und Recycling und schließlich zirkuläre Beschaffung. Die Themenfelder seien in Zusammenarbeit mit den Ämtern und Eigenbetrieben der Landeshauptstadt Stuttgart, Bürgern sowie ansässigen Unternehmen entwickelt worden, heißt es weiter.
Der Fokus der Maßnahmen liege insbesondere auf der Baubranche und der produzierenden Industrie, da diese den größten Anteil der nach Stuttgart fließenden Güter ausmachten. Über 16 Mio Tonnen an Produkten und Materialien fließen der Stadt zufolge innerhalb eines Jahres in ihr Gebiet. Neuartige Plattformen, die es ermöglichen, Bauteile und Materialien erneut einzusetzen, seien ebenso Teil des Maßnahmenkatalogs wie die Unterstützung zirkulärer Praktiken und Innovationen in ansässigen Unternehmen.
Zu den Maßnahmen im Bereich Bau und Gebäude gehören im Einzelnen etwa eine Gebraucht-Baumaterial-Plattform, eine digitale Bodenbörse sowie ein Materialkataster für Bestands- und Neubauten. Das Themenfeld „Zirkuläre Beschaffung“ richtet sich einerseits an die Stadtverwaltung, andererseits vor allem an kleine und mittlere Unternehmen.
Die insbesondere auf Bürgerinnen und Bürger gerichtete Themenfelder Mehrweg, Reparatur und Sharing Economy sowie Secondhand und Recycling umfassen unter anderem die Förderung von Mehrweganboten, Nachbarschaftsreparaturzentren, einen Reparaturbonus sowie ein Gebrauchtwarenkaufhaus. Bereits jetzt stellt die Stadt Stuttgart eine digitale Reparaturkarte bereit die zeigt, wo in der Stadt welches Produkt repariert werden kann.
„Die Kreislaufwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zu Stuttgarts Ambition, bis 2035 klimaneutral zu werden“, sagte Jan Kohlmeyer, Leiter der Abteilung Klimaschutz der Landeshauptstadt Stuttgart. „Sie birgt enormes Potenzial für Wirtschaft und Klimaschutz. Mit bewährten und innovativen Ansätzen hilft sie uns, Ressourcen länger und besser zu nutzen, ihren ökonomischen Wert zu erhalten und Treibhausgase zu reduzieren.“



