Pilotprojekt für Reparaturbonus in Leipzig erfolgreich abgeschlossen

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Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) sieht den Leipziger Testlauf für einen Reparaturbonus als Erfolg an. Beim gemeinsam vom Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig durchgeführten Pilotprojekt wurden von Ende Mai bis Ende August insgesamt über 680 Produkte repariert, rund 80 Prozent davon waren Elektro- und Elektronikgeräte.

Der Schwerpunkt lag mit mehr als 350 Reparaturen auf Handys und Smartphones, berichtet das Umweltministerium in Dresden weiter. Außerdem wurden Fahrräder sowie Leder- und Textilwaren repariert. Rund 40 Prozent der Teilnehmenden habe der Reparaturbonus zu zusätzlichen Reparaturen motiviert. Erreicht habe man mit dem Programm vor allem Haushalte mit geringeren Einkommen, heißt es weiter.

„Das Pilotprojekt zum Reparaturbonus ist ein Erfolg. Es gibt uns wichtige Erkenntnisse für den geplanten landesweiten Reparaturbonus. Der Testlauf in Leipzig wurde hervorragend angenommen und hat im Kleinen genau das bewirkt, was der Bonus leisten soll: Er hat Abfall reduziert und wichtige Rohstoffe gespart. Jedes Produkt, das repariert statt weggeworfen wird, ist ein Beitrag zum Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz“, erklärte Günther. Außerdem profitierten Handwerker vor Ort von einer Förderung von Reparaturleistungen.

Bei dem Projekt in Leipzig wurden 50 Prozent der Reparaturkosten erstattet, maximal jedoch 100 € für Elektrogeräte bzw. 50 € für Fahrräder sowie Leder- und Textilwaren. Der Freistaat hatte dafür insgesamt 42.500 € zur Verfügung gestellt. Nach Angaben des Ministeriums nahmen sieben Reparaturbetriebe an dem Pilotprojekt in Leipzig teil, davon vier für Elektro- und Elektronikgeräte, ein Reparaturbetrieb für Fahrräder und zwei Schuhmacher.

Die Ergebnisse des Vorhabens, welches fachlich durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie betreut wurde, sollen in Kürze in einem Abschlussbericht des Projektes ausführlich dargestellt werden. Umweltminister Günther hält die Einführung eines landesweiten Reparaturbonus‘ aber bereits jetzt für „sinnvoll und wichtig“. „Ich freue mich, wenn der Landtag bei seiner Entscheidung über den neuen Doppelhaushalt den Weg dafür freimacht. Ein landesweiter Reparaturbonus müsste weiter gefasst sein als das Pilotprojekt in Leipzig: Wir wollen möglichst viele Warengruppen wieder nutzbar machen, wir wollen den Abrechnungsaufwand für die Unternehmen minimieren und wir wollen, dass der Reparaturbonus auch außerhalb größerer Städte zum Erfolg wird.“ Dies könne gelingen, wenn zum Beispiel regional vorhandene Reparaturinitiativen eingebunden werden, so Günther weiter.

Sachsen wäre damit das zweite Bundesland nach Thüringen, welches die Reparatur von Geräten und Produkten finanziell unterstützen würde. Im benachbarten Thüringen läuft nach dem erfolgreichen Start im vergangenen Jahr bereits die zweite Auflage des Förderprogramms zur Gerätereparatur. Seit Jahresbeginn wird auch im bayerischen Landkreis Starnberg ein Reparaturbonus ausgezahlt. Das kommunale Abfallwirtschaftsunternehmen Awista hat hierzu Anfang Oktober eine positive Zwischenbilanz gezogen. Und auch in Österreich ist man mit der Resonanz auf das im April gestartete Förderprogramm zur Gerätereparatur sehr zufrieden.

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