NRW fördert sechs kommunale Kreislaufprojekte mit zwölf Mio €

Das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union unterstützen in der dritten Einreichungsrunde des Förderaufrufs „Circular Economy – CircularCities.NRW“ sechs kommunale Projekte mit insgesamt rund zwölf Mio €. Ziel des Programms ist es, Kommunen beim Übergang zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. Gefördert werden unter anderem die Wieder- und Weiterverwendung von Produkten und Materialien, neue Geschäftsmodelle sowie die Einstellung von Circular-Economy-Beauftragten.

„Die ausgewählten Projekte zeigen, wie Kommunen in Nordrhein-Westfalen konkrete Beiträge zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft leisten können. Wir unterstützen damit Vorhaben vom zirkulären Bauen über die Entwicklung ressourcenschonender Geschäftsmodelle und zirkulärer Strukturen im Stadtgebiet bis hin zu Bildungsangeboten“, sagte NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne).

WertRaumRS: Kreislaufwirtschaft auf ehemaliger Deponie

In Remscheid soll eine stillgelegte Deponie zu einem Ort für Kreislaufwirtschaft, Bildung und Engagement umgestaltet werden. Das Projekt „WertRaumRS“ umfasse unter anderem einen Austausch-Container für gebrauchsfähige Gegenstände, ein Bildungsmodul zur Kreislaufwirtschaft, einen Workshop- und Reparaturbereich sowie ein Wertschöpfungsnetzwerk, das Akteure aus Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft vernetzt, heißt es vom Umweltministerium in Düsseldorf.

RE.build: Zirkuläres Bauen im Kreis Recklinghausen

Das Projekt „RE.build“ will zirkuläres Bauen in Recklinghausen fördern. Geplant sind ein physisches Bauteillager und eine digitale Plattform zur Wiederverwendung von Bauteilen und Baustoffen. Außerdem soll ein neues Ausbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Recklinghausen exemplarisch unter Verwendung von Sekundärbaustoffen errichtet werden, berichtet das Ministerium. Begleitet wird das Vorhaben durch Bildungs- und Qualifizierungsangebote.

Circular City Bochum: Kreislauf-Hub für verschiedene Stoffströme

In Bochum soll ein sogenannter Kreislauf-Hub entstehen, der sich auf verschiedene Abfallströme konzentriert – darunter Restmüll, Werkstattabfälle und Elektroaltgeräte. Die entwickelte Lösung soll zunächst im Hochschulkontext erprobt und anschließend auf weitere Akteure und Sektoren in der Stadt übertragen werden, heißt es weiter.

Z³: Akademie und Sanierungsmodul für den ländlichen Raum

Mit dem im Bergischen Land geplanten Projekt „Z³ – Zirkulär.Zusammen.Zukunft kommunales Bauen“ sollen die Grundlagen für zirkuläres Bauen im ländlichen Raum gelegt werden. Neben einer „Circular Cities Akademie“ für verschiedene Zielgruppen sei ein digitales Sanierungsmodul geplant, das unter anderem eine Materialdatenbank, einen Zirkularitäts-Score und Planungshilfen enthält, so das Ministerium.

K.I.S.T.E.: Mobile Module für urbane Kreislaufangebote in Köln

Die „Kölner Initiative für Schenken, Tauschen und Erneuern“ (K.I.S.T.E.) setzt auf niedrigschwellige Angebote für bislang schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen. Drei mobile Einheiten – eine Event-Kiste, eine Reparatur-Kiste und eine Tausch-Kiste – bringen kreislaufwirtschaftliche Aktivitäten direkt in die Stadtteile und ermöglichen den Zugang ohne lange Wege und unabhängig von festen Öffnungszeiten, heißt es.

ZELLULÄR: Stoffkreislauf aus Papierabfällen

Im Projekt „ZELLULÄR“ soll in Düren ein nahezu vollständiger Stoffkreislauf für die Kurzfaserfraktion aus der Papierindustrie entwickelt werden. Dafür werde diese zunächst in einem Biogasprozess zur Energiegewinnung genutzt, erklärt das Ministerium. Aus dem Gärprodukt entstehen anschließend ein Baustoff, Stickstoffdünger und aufbereitetes Prozesswasser.

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