Die dritte Einreichungsrunde der Innovationswettbewerbe „Green Economy in NRW“ und „Industrie in NRW“ hat begonnen. Die Wettbewerbe sind Teil des EFRE/JTF-Programms NRW 2021-2027 und sollen in dem Bundesland nachhaltige und innovative Vorhaben unter anderem im Bereich der Circular Economy fördern. Sie werden von den Nordrhein-Westfälischen Landesministerien für Umwelt und Verkehr, Wirtschaft und Klimaschutz, Kultur und Wissenschaft und Landwirtschaft und Verbraucherschutz umgesetzt. „Green Economy in NRW“ wird mit einer Summe von 26,5 Mio € aus EU-Mitteln gefördert und „Industrie in NRW“ verfügt über ein Fördervolumen von 25 Mio €. Die Einreichungsfristen enden im Oktober dieses Jahres.
In der dritten Runde beider Innovationswettbewerbe soll der Fokus insbesondere auf Vorhaben liegen, die wirtschaftliches Potenzial für den europäischen Binnenmarkt bergen. Die Innovationen sollen außerdem die Ziele der EU-Initiative „Strategische Technologien für Europa“ (STEP) erfüllen oder dazu beitragen, Abhängigkeiten der europäischen Union zu verringern. Für Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) „sichern grüne Spitzentechnologien die Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität in immer herausfordernder werdenden Zeiten“.
Wie schon in den ersten zwei Einreichungsrunden richten sich die Wettbewerbe primär an kleine und mittlere Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Große Unternehmen sind zudem bei „Green Economy in NRW“ nur in Kooperation mit kleinen und mittleren Unternehmen teilnahmeberechtigt. Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Klimaschutzministerin, Mona Neubaur (Grüne), erklärte die Entscheidung: „Durch die gezielte Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen in den Themenbereichen innovative Werkstoffe und intelligente Produktionsverfahren stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit, schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze und finden Lösungen für die vielfältigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und globalen Herausforderungen dieser Zeit.“
„Industrie in NRW“ fördert die Entwicklung und das Hochskalieren innovativer Prozesstechnologien, die Entwicklung neuer Fertigungs- und Recyclingverfahren und die Entwicklung alternativer Materialien, Produkte und Dienstleistungen für eine höhere Energie- und Ressourceneffizienz. Dabei wird bei der Förderung das gesamte Werkstoff- und Materialspektrum berücksichtigt.
Bei „Green Economy in NRW“ stehen die Themen Umweltwirtschaft, Circular Economy und Klimaanpassung auf dem Programm. Im Themenschwerpunkt Umweltwirtschaft wird die Entwicklung umweltfreundlicher und ressourcenschonender Produkte, Verfahren und Dienstleistungen gefördert. Der Themenschwerpunkt Circular Economy betrachtet Vorhaben mit dem Ziel der Ressourceneinsparung und der Entwicklung zirkulärer Produkte und Geschäftsmodelle. Bei dem Themenschwerpunkt Klimaanpassung geht es um Innovationen zur Steigerung der Klimaresilienz.
NRW fördert Projekt zur Digitalisierung der Abfallwirtschaft
Im Rahmen der ersten beiden Einreichungsrunden der beiden Innovationswettbewerbe wurden bereits eine Reihe von Projekten aus der Kreislaufwirtschaft für eine Förderung vorgeschlagen. So konnten in der ersten Runde des „Green Economy in NRW“-Wettbewerbs etwa ein Verfahren zur Weiternutzung ausgedienter E-Autobatterien als stationäre Speicher sowie ein Herstellungsprozess für sortenreine Rezyklate aus Textilien und lackierten Kunststoffbauteilen überzeugen.
Unter den im Frühjahr dieses Jahres bekannt gegebenen Ergebnissen der zweiten Einreichungsrunde befand sich unter anderem das für eine Förderung vorgeschlagene Projekt EcoDriveIn. Dieses hat die Entwicklung eines digitalen Systems zum Ziel, das erstmals den autonomen Betrieb von Wertstoffhöfen in Deutschland ermöglichen soll. Dadurch soll den steigenden Mengen an „Wildmüll“ sowie dem zunehmenden Sperrmüll-Aufkommen auf Wertstoffhöfen begegnet werden. Ein anderes gefördertes Projekt ist die Solarthermische Anwendung für sekundäre Rohstoffe aus der Stahlerzeugung (STARS). Dabei handelt es sich um die Zusammenarbeit für ein Konzept, um Stahlwerkschlacken als Sekundärrohstoffe für keramische Komponenten in der konzentrierten Solar-Energie/-Thermie zu nutzen.



