Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen neuen Fördertopf im Umfang von 3,3 Mrd € für Unternehmen aufgesetzt, die ihre CO2-Emissionen deutlich senken wollen. Die Richtlinie „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz (BIK)“ wurde veröffentlicht.Energieintensive Unternehmen besonders im Mittelstand, etwa in der Glas-, Papier- oder Keramikindustrie, die ihre Anlagen klimaneutral umstellen, sollen große Teile der Investitionskosten erstattet bekommen, wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Freitag in Berlin ankündigte.
Außerdem sollen Anwendungs- und Forschungsvorhaben zur Abscheidung, Einlagerung und Nutzung von CO2 subventioniert werden. In einer ersten Säule würden Projekte gefördert, mit denen die Firmen mindestens 40 Prozent ihrer CO2-Emissionen in der Produktion einsparen wollen, erklärte das Ministerium. Unternehmen können grundsätzlich einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Investitionskosten beantragen. Der erste Förderaufruf soll voraussichtlich im September 2024 starten. Unternehmen haben dann drei Monate Zeit, ihre Projekte einzureichen.
Förderung auch für CCS und CCU bei der Abfallverbrennung
Für mittlere Unternehmen erhöht sich der Satz auf 40 und für kleine Unternehmen auf 50 Prozent. Die Förderung ist bei 200 Mio € pro Unternehmen gedeckelt. Eine zweite Säule zielt auf die Abscheidung, Speicherung (CCS) und Nutzung (CCU) von CO2 ab. „Dort haben wir uns konzentriert auf die unvermeidbaren Emissionen, also Branchen, von denen wir wissen, dass es keine Alternative gibt“, sagte Habeck. Zunächst sind damit die Kalk- und Zementindustrie sowie Abfallverbrennungsanlagen gemeint. Auch Forschungsprojekte in anderen Bereichen wie der Grundstoffchemie, Glas und Keramik können gefördert werden. Durch die CCS- und CCU-Technologie wird bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehendes Kohlendioxid nicht in die Atmosphäre ausgestoßen, sondern abgeschieden und dann entweder dauerhaft in tiefliegenden geologischen Gesteinsschichten eingespeichert oder wirtschaftlich genutzt....




